Sauerkraut

So früh ...?!?

Alles paratgelegt

Noch nie sah ich mich im August gezwungen, Sauerkraut zu machen. Aber dieses Jahr ist mal wieder total anders als alle Jahre zuvor. Erst wollten die Spitzkohl-Pflänzchen nicht wachsen, dann habe ich nachgesät und sie wuchsen doch. Dann war es lange sehr trocken und die Spitzkohle wurden einfach nicht dicker, dann regnete es zu viel und die ersten Köpfe platzten. Und dann waren plötzlich 10 Spitzköhler gleichzeitig reif. Was also tun?
Zum Glück besitze ich ja inzwischen 2 Sauerkrauttöpfe, einen mit 10 Liter und einen mit 15 Liter Volumen. Der kleine ist jetzt voller Spitzkohl-Sauerkraut. Dazu habe ich 6 kg Kohl gehobelt, mit 40 g Salz (OHNE Jod) gemischt und kräftig in den Topf geprügelt. Jetzt steht er im Wohnzimmer (auf „weiterlesen“ klicken) 3 Tage lang bei 20-22°C, danach soll er 2-3 Wochen bei 15°C stehen. Und das ist das Problem. In einem Haus ohne Keller ist es überall wärmer. Deshalb (und weil ich so wahnsinnig gern Spitzkohlsalat aus frischem Spitzkohl mag) mache ich ungern Sommerkohl. Aber nun musste es sein und ich muss mit der Garage vorliebnehmen, in der die Temperaturen dank kühler Witterung momentan zwischen 16 und 20° schwanken. Da die Gärung aber voll in Fahrt gekommen ist (was man am regelmäßigen „Blubb“ hört, das durch die Wasserrinne dringt), wird der Kohl auch bei den höheren Temperaturen nicht schlecht. Was ich allerdings ab Ende August machen soll, wenn die Umgebungstemperatur möglichst unter 10°C liegen sollte, ist mir noch ein Rätsel. Ich hoffe ja nicht, dass der September soooo kalt wird …

Ist der putzig !

Was für ein niedliches Kerlchen, gell? Ein vollkommen perfekter Rotkohl – nur eben in Miniformat. Wenn ich davon Saatgut gewinnen könnte, das DEFINITIV diesen Single-Kohl hervorbrächte, stünde einer Millionärskarriere wohl nichts mehr im Weg … Allerdings ist das Rotköhlchen ein Zufallsprodukt. Ich habe den Kohl sowieso etwas spät gesät, dann hatte dieser hier noch einen ungünstigen Standplatz mit viel Schatten und zwischen zwei ältere Spitzköhler eingeklemmt. Daher der bescheidene Wuchs. Jetzt ist er jedenfalls mit im großen Sauerkrauttopf (der auch schon ein gelegentliches Blubb hören lässt, wenn Gärgase durch die Wasserrinne entweichen. Gut so, denn je schneller die Gärung in Gang kommt, desto sicherer gelingt das Sauerkraut).

... dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole

Nur dass man das ja vorher machen muss. Das Sauerkraut. Und das habe ich eben getan. Einen Monat früher als sonst, weil unser Rotkohl so prall war, dass ich fürchten musste, beim nächsten Regen platze er. Also 8 kg Rotkohl (mehr war nicht da) , 2 kg Spitzkohl (auch der reichte dann immer noch nicht) und 2 kg Monsterkohlrabi (Joker!) geerntet, gehobelt, gesalzen, geprügelt … und dann sah es so aus.
Jetzt nur noch 4-6 Wochen Geduld und dann ist das Sauerkraut fertig ;-)

12 Kilo Sauerkraut

Geschafft! In weniger als 2 Stunden haben wir 12 Kilo Kohl gehobelt und mit Salz und Apfelstücken zusammen ins Fass geprügelt. Eine der effizientesten Konservierungsarbeiten überhaupt. Und selbst gemachtes Sauerkraut schmeckt so granatenlecker, dass ich nie wieder drauf verzichten will.

Nach 3 Tagen bei 20-22°C muss der Topf ca. 3 Wochen bei 16°C stehen, danach kalt. Sobald das Kraut vergoren ist, hält es sich praktisch ewig. Man kann es dann in dem Topf lassen (der nach Säuerung am besten unter 10°C steht) oder in Gläser füllen, Deckel zu, fertig. Das Kraut ist haltbar, es muss nicht im Kühlschrank stehen, macht sich gut im Keller oder in der Garage oder im (frostfreien) Gartenhaus.
Also los, Leute, MACHT SAUERKRAUT !!!

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