Oktober

Schluss mit Wusel

Erdbeergewusel mit (Un-)Kräutern garniert

Erdbeeren sind ja die absoluten Wuselweltmeister. Die Pflanzen der „normalen“ Erdbeeren (es gibt auch rankenlose Sorten) treiben im Spätsommer lange Ranken aus, an deren Ende sich eine neue Pflanze bildet. So „geerdet“, wächst die Ranke weiter und bildet eine neue Pflanze, wächst weiter, … Dieses Spiel treibt JEDE Pflanze und die Ranken wachsen in alle Himmelsrichtungen, über- und untereinander und am Schluss ist es ein dicht gewebter Teppich, der alle 10 cm am Boden festgewachsen ist. Zwischendrin sprießt Unkraut (ja, ich weiß, es gibt kein Unkraut, also: sprießt Zeug, das dort nicht wachsen soll).
Belässt man es dabei, hat man in wenigen Jahren einen Erdbeerpflanzengarten ohne nennenswerten Ertrag. Das ist nicht das Ziel meiner Erdbeerbeetes. Deshalb: Aufräumen!
(klick auf „weiterlesen“)
Und so schön gerade und in Reih und Glied sieht das Beet aus, das im nächsten Jahr hoffentlich reiche Ernte bringt. Die langen Blätter zwischen den Reihen sind Blätter vom Beinwell, der den frisch geharkten Boden vor dem angekündigten Starkregen schützen soll und außerdem, wenn sie über den Winter zersetzt werden, viel Kalium freigeben. Das mögen die Erdbeeren fast so sehr wie ich Erdbeeren mag ;-)

Die zweite Ernte

Von 3 Feigensträuchern steht einer in einer kleinen Mauerecke. Nach Norden und Südwesten Mauern, nach Osten und Süden reichlich Sonne. Und dieser Strauch liefert gerade die Herbsternte: 10 reife Früchte, dunkelviolett außen, herrlich dunkelrot innen und zuckersüß. Zum Beweis, dass ich kein Foto aus dem Sommer verwendet habe, dient die Sonntagszeitung ;-)

Da haben wir den Salat!

Rechts im Bild sind Pastinaken

Nein, der Winter muss nicht salatarm sein. Und man muss auch keinen Gewächshaussalat essen, der so viele Vitamine wie eine Packung Taschentücher hat. Es gibt schließlich Wintersalate. Zum Beispiel Feldsalat, bei uns unter dem Namen „Kleineblättersalat“ bekannt. (Bitte auf „weiterlesen“ klicken!) Und Zichoriensalate (das ist der Oberbegriff, den viele Menschen abschreckend finden) wie z.B. den Zuckerhutsalat (der große Grüne) oder Radicchios. Dieses Jahr baue ich erstmals zwei verschiedene Sorten an, nämlich „Palla Rossa“ und „Treviso“. Der erste ist ein kugeliger Kopf, der zweite länglich oval mit breiten Rippen und insgesamt schmalen, langen Blättern. Den habe ich in Italien kennengelernt, wo man ihn in jedem normalen Supermarkt kaufen kann. Hier habe ich ihn noch nie gesehen (aber ich laufe ja meist auch an der Obst- und Gemüseabteilung vorbei, weil ich dort nichts kaufen muss …).
Übrigens habe ich noch ein Foto vom 8. August angehängt, wo man die winzigen Salatpflänzchen sehen kann, die ich gerade gesetzt hatte. Selbst vorgezogen, natürlich. Die sind in den 2 Monaten seitdem ordentlich gewachsen und werden das weiterhin tun, bis es friert. Dann stellen sie das Wachstum ein, gehen aber noch nicht kaputt. Erst bei Temperaturen unter -5° wird es kritisch. Dann kann man allerdings die großen grünen Zuckerhüte mit Wurzel ausgraben und in Zeitungspapier gewickelt noch wochenlang kühl und frostfrei lagern.

Zeigt her eure Füße ...

Kein Spanner sondern eine Raupe ;-)

… damit ich sie zählen kann! Warum? Ich will schließlich wissen, wer da am frühen Sonntagmorgen ins Wohnzimmer schaut. Und immer weiter gen Himmel kriecht. Hey, falsche Richtung, unbekannter Freund! Also auf zur Rettung und Bestimmung. Dabei sind meine Kenntnisse in Sachen Identitätskontrolle eher rudimentär: Wer 3 Paar Brustbeine, 4 Paar Bauchbeine und ein Paar „Nachschieber“ hat, wird mal ein Schmetterling. Welcher? Das ist der nächste Schritt. Also erstmal zählen (auf „weiterlesen“ klicken, da kommen besser zum Zählen geeignete Fotos):
3 + 7 + 1. Sieben Bauchbeinpaare??? Also handelt es sich hier nicht um eine Schmetterlingsraupe. Aber um was dann? Zum Glück gibt es Suchmaschinen, die auch für „Raupe schwarz mit orangen Punkten“ ein paar Treffer landen. Und so lautet des Rätsels Lösung höchstwahrscheinlich: Blattwespe Tenthredo mandibularis. Aha. Ich grüße also höflich und helfe dem Besucher von der Scheibe auf eine Pflanze. Auf Wiedersehen – ob nun mit 11 Beinpaaren oder einem Flügelpaar, egal, hier bist du immer willkommen ;-)

Geschafft

Mysteriös ist das fehlende Glas in der Mitte ...

In den letzten Tagen (Wochen?) fehlte mir die Zeit zum Bloggen, was zum Teil an der Verarbeitung der Apfel- und Birnenernte lag. Aber jetzt ist die Versorgung des morgendlichen Müslis mit Kompott gesichert. Und einige Desserts sind auch noch drin. Oder Kuchenbelag (wer Streuselkuchen noch mit Kirschen statt Jostabeeren macht, hat den Knall noch nicht gehört). Oder Beilage zu Reibekuchen. Und Marmelade, Gelee und Saft gibt es auch. Und das ist ja nur der Teil, der schon verarbeitet im Regal steht. In der Garage gibt es ja noch Schränke, Regale und Körbe voller Äpfel, Birnen, Kartoffeln, Kürbisse und die 2 Fässer mit Sauerkraut …
Und was im Garten noch alles wächst, erfahrt ihr bald hier in diesem Theater ;-)

Süße Trauben

Seit 4 Jahren steht der Weinstock im Gewächshaus, dieses Jahr hat er die ersten Trauben. Zuckersüß und ziemlich groß. Allerdings mit dicken Kernen. Damit kann man schöne Weitspuck-Wettbewerbe machen. Allerdings ist das gesamte Haus Verbotszone.

Voll

Okay, ein paar Gläser sind noch leer, aber im Großen und Ganzen sehe ich dem Winter gelassen entgegen. Aus eigener Kraft (pflücken, nach Hause radeln bzw. aus dem Garten hereintragen, säubern, entsteinen/entkernen, trocknen oder einkochen) haben wir Vorräte von: Erbsen, Chili, Bärlauch, Paprika, Mirabellen, Kirschen, Weinbergpfirsich, Stachelbeeren, Jostabeeren, Johannisbeeren, Zwetschen, Äpfel, Holunder und Quitten und zwar als Trockenobst, Trockengewürz, Kompott, Mus, Saft oder Marmelade. Und das sind nur die Sachen, die an unserer Wohnzimmerwand aufgereiht sind …

12 Stunden später ...

Den vermutlich letzten Pflücktermin am Sonntag haben wir, bei strahlendem Sonnenschein, genutzt, um leckere Äpfel zu pflücken, die zukünftig die Joghurt im Müsli ersetzen sollen. Da Joghurt cremig, ein Apfel aber knackig ist, wurde das Apfelmus erfunden.
Lächerliche 12 Stunden habe ich gebraucht, um 42 Halblitergläser Apfelmus zu machen. Ein einziges Glas ist beim Einkochen nicht zugegangen. Das steht jetzt im Kühlschrank … aber nicht mehr lange :-)
(P.S. Ja, die Joghurt ist in meiner Familie immer schon weiblich. Und der Herr Duden kann mich mal…)

Kartoffeln pflücken

Nein, leider lagen die Kartoffeln nicht als fertige Klöße auf dem Feld beim Biohof und wir konnten sie auch nicht gemütlich im Stehen vom Baum pflücken. Aber da es eine Aktion der Pflückgemeinschaft war, mag man mir die Formulierung verzeihen. Bevor sie (die Kartoffeln im Bild) uns so gut schmeckten, mussten sie erst aufgehoben, weggeschleppt, gewaschen, geschält, gerieben, mit Milch, Butter, Grieß, Salz und Muskatnuss gemischt, geformt und gegart werden.
Aber eigentlich wollte ich ja vom Kartoffelstoppeln berichten. Der Biobauer unseres Vertrauens war wieder so nett, die Pflückgemeinschaft zum Aufheben einzuladen, und so konnte am Freitagabend fast eine ganze Tonne Kartoffeln vor dem Unterpflügen gerettet werden. Danke, lieber Biobauer ! 

Hintertürchen für die Hühner

Wenn es so kalt wird, dass die Mäuse unter der Erde bleiben, leben unsere Hühner gefährlich. Der Mäusebussard, der auf der Wiese hinter unserem Grundstück jetzt schon auf der Lauer sitzt, hat ja bereits 3 Hühner angegriffen (eins ist mit halb abgerissenem Flügel immerhin lebend davongekommen und wieder völlig gesundet). Aus diesem Grund müssen die Hühner im Winter in ihrem Gehege bleiben, wo sie geschützt sind, aber leider auch nur sehr wenig Platz haben. Das gefällt den verwöhnten Damen natürlich überhaupt nicht.
Deshalb haben wir eine Umhausung des Kompostplatzes vorbereitet und, damit die Hühner aus ihrem kleinen Gehege direkt dort hineingelangen können, ein kleines Hintertürchen gebaut. Noch ist es geschlossen, aber sobald der Bussard droht, wird die Umhausung installiert und das Türchen als Durchgang geöffnet. Dann kann der Greifvogel noch so sehnsüchtig glotzen …

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