Kohl

DickeBohnenBlätter für Dickköpfe

Dicke Bohnen
Die Dicken Bohnen sind reif

Die Dicken Bohnen sind reif. Lecker sind sie auch und noch zart, deshalb ernte ich sie jetzt in großen Mengen, pule die Kerne aus den flauschigen Schoten und friere die Böhnchen ein. Übrig bleibt die ca. 1 Meter hohe Pflanze mit ihrem viereckigen Stengel und den labberigen Blättern, an deren Pfahlwurzeln Stickstoff gebunden ist. (Bitte auf „weiterlesen“ klicken.)
Nur wenige Meter daneben, zur gleichen Zeit: Auf den Kohlbeeten wucherte das Unkraut höher als der Kohl, das habe ich nach der Rückkehr aus dem Urlaub ausgerissen oder geschuffelt und zwischen den Kohlpflanzen liegen gelassen. Als Mulch hält das Zeug die Feuchte im Boden und gibt die Nährstoffe, die es dem Boden entzogen hat, in der Rotte zurück. Aber das reicht dem Kohl noch nicht, denn kaum eine andere Pflanze entwickelt auf einem winzigen Fleck Erde mit nur einer Wurzel eine derartige Biomasse. Ein einziger Kohlkopf wiegt, wenn er ausgewachsen ist, locker zwischen 3 und 5 Kilo! Wie der Mensch auch muss der Kohl aber ordentlich reinhauen, damit er dick wird. Da Bohnen und Kohl sich gut vertragen, schneide ich die Dicken Bohnen Stengel knapp über dem Boden ab, schnipsele sie in 10 cm lange Stücke und mulche sie um den Kohl herum. Damit bin ich die Stengel los, die sonst nur meinen Kompost überfluten würden, und der Kohl freut sich über die Mulchdecke, die sich langsam zersetzt und kann die Nährstoffe aufnehmen, die das Bohnengrün freigibt. Die Wurzeln mit den Stickstoffknöllchen bleiben in ihrem Beet. Dazwischen pflanze ich die vorgezogenen Grünkohlpflanzen. Sie profitieren von der Stickstoff-Düngung, die aus den Wurzeln der Bohnenpflanzen kommt, wenn diese verrotten.

Die nächste Generation

In diesen selbst gepressten Erdwürfeln keimen hoffentlich bald die nächsten Salate und die großen Kohlköpfe. Noch schleiche ich jeden Morgen enttäuscht von dannen, aber bald werden die Keimblätter auftauchen. Bestimmt!

Die Stachelbeere blüht

Unauffällige Blüte der Stachelbeere

Wir sind schon mitten im Erstfrühling, was man an den Stachelbeerblüten sieht. Sie gehören zu den Ereignissen, an denen die phänologische Jahreszeit erkennbar ist. Meine Stachelbeeren blühen schon seit einigen Tagen, die Blüten sind unscheinbar, aber sie locken Bienen und andere Insekten an, so dass man die Blütezeit besser hören als sehen kann ;-).

Ab dem Zeitpunkt der Stachelbeerblüte kann man vorgezogene Pflänzchen von Salat und Kohl ins Freiland auspflanzen (hab ich schon getan: Salat wächst gut, 7 Spitzkohlpflanzen sind verschwunden – vermutlich den Schnecken zum Opfer gefallen). Die Kohlpflanzen setzt man bis zu den Keimblättern in den Boden oder, falls die Setzlinge schon drin sind, man häufelt die Erde an, damit die Maden der Kleinen Kohlfliege keinen Zugang zum Stängel finden. Sie fressen sich nämlich gern dort hinein und lassen die Pflanzen verkümmern.
Aussäen kann man jetzt ins feinkrümelig geharkte Beet: Salate, Spinat, Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, Rettich, Dill, Möhren, Erbsen und – falls noch nicht geschehen – Dicke Bohnen. Die Erbsen und die Dicken Bohnen (noch keine Strauch- und Stangenbohnen!) kann man 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen, bevor man sie legt, dann keimen sie schneller. Die Möhrensaat mischt man mit Dill, dann keimen die Möhren schneller. Außerdem kann man alle 10 Zentimeter ein Radieschen zwischen die Möhren säen. Das wächst schnell und zeigt an, wo Möhrensamen schlummert, denn der braucht lange zum Keimen und wird dann gern zwischendurch vergessen und weggeharkt (hüstel).

Die bereits eingesäten Beete habe ich mit Brennesselmulch bedeckt. Dadurch bleibt der Boden feucht, so dass die Saat nicht austrocknet, und im Fall eines starken Regens bildet sich keine Kruste, durch die sich die zarten Möhrenkeimlinge kämpfen müssten. Wer keine Brennesselblätter hat, kann auch Rasenschnitt nehmen, aber bitte nur ganz dünn ausbringen, damit das Schnittgut nicht zusammenpappt und eine feste Decke bildet, unter der alles fault.

Heul doch!

Ja, diese Zwiebeln bringen mich zum Weinen. Aber nur in der Küche. Ansonsten ist es die beste, größte, erfolgreichste Zwiebel- und Knoblauchernte, die ich je hatte. Trotzdem bemerkt man sie in der Küche eigentlich gar nicht. Jeden Mittag (mit wenigen Ausnahmen) gehört eine Zwiebel dazu, ob nun Bratkartoffeln, Gemüsepfanne oder Mariniertes Gemüse auf dem Plan stehen. Heimlich, still und leise schrumpft so die Menge, obwohl wir nicht ein einziges Mal davon satt werden. Schade. Wirklich lohnend sind also Zwiebeln im eigenen Garten nicht. Aber sie passen halt gut zwischen die Möhren und weil ich in diesem Fall die Zwiebeln letzten Sommer ausgesät und im Frühjahr gesteckt habe (zum ersten Mal selbst Steckzwiebeln hergestellt und voll erfolgreich!), sind die Zwiebeln jetzt fertig, während das Möhrenlaub weiter wuchert.
Blöderweise habe ich letztes Jahr feststellen müssen, dass Zwiebeln (ebenso wie Kohl, Möhren, Porree und Knofi) bei mir nur unter einem feinen Netz gedeihen. Ansonsten werden sie rigoros von der Zwiebelfliege befallen (so wie Kohl vom Kohlweißling, Porree von der Lauchminierfliege, Möhren von der Möhrenfliege und Knofi von weiß-der-Teufel-wem). Inzwischen ist mein Gemüsegarten also fast vollständig unter Netzen verschwunden. Schön ist definitiv anders. Um dem entgegen zu wirken habe ich jetzt Löwenmäulchen und Bartnelken gesetzt in der Hoffnung, dass sie das trostlose Bild etwas auflockern. Viel zu spät, natürlich. Das muss nächstes Jahr auf jeden Fall besser werden…

12 Kilo Sauerkraut

Geschafft! In weniger als 2 Stunden haben wir 12 Kilo Kohl gehobelt und mit Salz und Apfelstücken zusammen ins Fass geprügelt. Eine der effizientesten Konservierungsarbeiten überhaupt. Und selbst gemachtes Sauerkraut schmeckt so granatenlecker, dass ich nie wieder drauf verzichten will.

Nach 3 Tagen bei 20-22°C muss der Topf ca. 3 Wochen bei 16°C stehen, danach kalt. Sobald das Kraut vergoren ist, hält es sich praktisch ewig. Man kann es dann in dem Topf lassen (der nach Säuerung am besten unter 10°C steht) oder in Gläser füllen, Deckel zu, fertig. Das Kraut ist haltbar, es muss nicht im Kühlschrank stehen, macht sich gut im Keller oder in der Garage oder im (frostfreien) Gartenhaus.
Also los, Leute, MACHT SAUERKRAUT !!!

Wer nicht klauen will, muss pflanzen

Nämlich Kohl. Frei nach dem bekannten Spruch: Wer im Sommer Kappes klaut, hat im Winter Sauerkraut … müsste ich mich eigentlich um den Anbau gar nicht kümmern. Aber leider gibt es in Korschenbroich keinen Bio-Bauern. Und Kohl gehört zu den ganz wenigen Gemüsearten (ist vielleicht sogar die einzige), die nach dem schmeckt, womit sie gedüngt wurde. Im Fall von Gülle also … na, den Geruch, der beim Kohlkochen dann aus dem Topf kommt, kennen sicher einige.

Deshalb also nur Biokohl – am liebsten selbst angebauten. Daraus machen wir sommerlichen Kohlsalat mit Äpfeln und Apfelsaftdressing, Kohlrouladen mit Grünkernfüllung, Kohlstrudel, Sauerkraut und den Winterkohlsalat mit ganz viel Ingwer und Chili. Granatenmäßig gut.

Bis dahin dauert es aber noch ein paar Monate. Immerhin sind die ersten Kohlpflänzchen jetzt mit Knollensellerie und Tagetes gemischt unter dem Spezialnetz, das mit 0,8 mm Maschenweite auch die Weiße Kohlfliege fernhalten soll. Über die ordnungsgemäße Kohlzucht wacht übrigens (vorn im Bild) der Mangold, von dem ich dieses Jahr Samen ernten will. Dazu werde ich dann wohl eine Leiter brauchen …

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