Mais

Ta-daam: Bantam!

Noch steckt der Mais in den Hüllblättern

Okay, die Überschrift ist ein lahmer Anklang an den Namen des Zuckermaises, der unsere Herzen (und Gaumen, Mägen, etc.) seit Jahren erfreut: Golden Bantam. Wir hatten auch schonmal Ashworth probiert, aber der war nicht so lecker.
Mais braucht VIEL Nährstoffe – in der industriellen Landwirtschaft ist er ein absoluter Bodenkiller mit seinem riesigen Bedarf an Kunstdünger und Pestiziden. Völlig irrsinnig, gerade Mais oft als Pflanze für so genanntes „Bio“-Gas anzubauen, denn die Gesamtenergiebilanz ist meist negativ! Mit anderen Worten: Für Düngemittelherstellung, -verpackung, Transport und Ausbringung (und das Ganze nochmal für die Pestizide) ist oft mehr Energie verbraucht worden, als nachher an Biogas hinten rauskommt.
Nun, unser Mais hat Energie in Form von Kompost bekommen, außerdem Brennessel- und Schachtelhalmjauche. Das Unkraut, das dazwischen wächst, rupfe ich aus und lasse es liegen, damit es den Boden feucht hält und durch die Rotte die eigenen Nährstoffe an den Mais abgibt. Ob er MIR nachher mehr Energie bringt, als ich beim Anbau verbraucht habe, wäre zwar egal, ist aber mit Sicherheit so ;-)
Und nun ist er fertig und wir knabbern Maiskörner vom Kolben. Natürlich mit Butter und Salz verfeinert (man gönnt sich ja sonst nix). Im Halbschatten, wo der Mais dieses Jahr wächst, reifen die Kolben schön nacheinander, so muss ich nicht alle auf einmal ernten und einfrieren – was ihnen aber nichts ausmacht. Die gefrorenen Kolben kann man genauso kochen und futtern wie frische.

Mais mit Krücken

Manchmal kommt einfach alles zusammen. Erstens: Die Wühlmaus. Sie hat einen Weg durch den tief eingegrabenen Wühlmausschutzzaun gefunden und ist in mein Maisbeet eingewandert, wo sie sich wie eine Irre im Zickzack durch die Pflanzung gewühlt hat. Unter etlichen Maispflanzen war also keine Erde mehr sondern ein Hohlraum. Zweitens: Der Regen. Er war zwar dringend nötig, hat aber auch den Boden stark aufgeweicht. Drittens: Die Schauerbö. Sie kam, drehte eine Runde durch’s Maisbeet und warf diejenigen Pflanzen, deren Wurzeln wegen des Wühlmausganges keine rechte Bodenhaftung mehr hatten, platt aufs Beet.
Jetzt haben die Mais pflanzen Krücken und die Wühlmausfalle wartet auf Beute.

Strubbeliger Mais

Das ist sie, die Blüte

Der Mais blüht. Also zumindest manche Maispflanzen blühen bereits richtig, andere so halb, viele gar nicht (für weitere Fotos auf „weiterlesen“ klicken). Das ist mir durchaus recht, denn so hoffe ich, dass sie auch nicht alle gleichzeitig reifen. Den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen ist sowieso nicht ganz einfach, denn der Übergang zwischen Zucker und Stärke geschieht im Verborgenen. Wenn die äußeren Hüllblätter der Kolben gelb werden, ist es zu spät. Bis dahin ist allerdings noch viel Zeit. Jetzt heißt es: regelmäßig wässern und mit ausreichend Nahrung versorgen (in meinem Fall: Jauche), damit die Kolben schön dick werden … Die Sorte ist übrigens wieder der altbewährte Bantam, nachdem der Versuch mit Ashworth im letzten Jahr zwar von der Menge zufriedenstellend aber vom Geschmack eher enttäuschend war.

Der Mais kommt

Mais mit Spinat und Salat, dazwischen Brennessel-Mulch

Im letzten Jahr hatten die Mäuse (!) jedes keimende Maiskorn ausgebuddelt und in ihr Nest verschleppt, wo ich sie Wochen später fand. Dieses Jahr habe ich den Mais in Anzuchtschalen gesät, hermetisch dicht mit Vlies eingepackt und voilà: nun wächst er!

Vorher - nachher

Das Beet, wie es aus dem Winter kommt

Zwischen den beiden Bildern (auf „weiterlesen“ klicken!) liegen ca. 24 Stunden – davon 6 Stunden Arbeit. Die riesigen Salate im ersten Bild sind noch vom letzten Jahr! Zuckerhutsalate überstehen durchaus einige Minusgrade und wir haben bis März davon gegessen, aber jetzt sind sie ledrig und bitter. Die Hühner von Hubert allerdings futtern das Zeug mit Begeisterung.
Ich habe also die Salate abgeräumt (und zu den Hühnern gebracht), den Boden vorsichtig gelockert, geharkt, alle 50 cm Spinat in Reihen gesät und das Ganze mit Brennesseln gemulcht. Auf dem Beet soll später - zwischen den Spinatreihen - der Mais wachsen, den ich noch nicht mal ausgesät habe. Aber noch ist ja Zeit, Mais ist frostempfindlich und darf deshalb erst Mitte Mai raus.

Wie lang muss ich noch warten?

In meiner Erinnerung wird Mais schnell hart, nachdem die Genussreife vorbei ist. Diesen schönen, vollen Kolben habe ich also im Beet gelassen, um die Körner als Saatgut für das nächste Jahr reifen zu lassen. Aber sie sind immer noch nicht fertig!

Maisernte

Der Mais hat mich echt erstaunt. Ich dachte immer, Zuckermais braucht viel Sonne und Wärme. Davon gabs dieses Jahr nicht übertrieben viel. Aber der Mais ist super gekommen, das hier ist der zweite Teil der Ernte. Ich habe ganz viel Kompost aufs Beet getan, zwischendurch mehrmals Brennesseljauche gegeben und immer dick gemulcht. Das scheint wirklich geholfen zu haben, denn so gut war die Maisernte noch nie. Wenigstens ein Lichtblick, wo die Stangenbohnen quasi ein Komplettausfall waren.

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