April

Das Fundtier der Woche

Tomatenpflanzen

... ist heute vegan:Tomaten und Paprikapflanzen. Zwar sind sie mir nicht zugelaufen, aber auch sie suchen ein liebevolles Zuhause. Es ist schon vertrackt, wenn ALLE gesäten Samenkörner aufgehen ...

Wer im Sommer Kappes klaut ...

genau hinsehen: Kohlpflanzen

... hat im Winter Sauerkraut. So sagt der Volksmund, und der lügt bekanntlich nicht. Aber er ist auch nicht für seine übermäßig präzise Analyse bekannt, weshalb ich mich gezwungen sehe, an dieser Stelle einen kritischen Blick auf die stark vereinfachte Darstellung des Sachverhalts zu werfen. Erstes Problem: "im Sommer". Der Sommer geht entweder vom 1. Juli bis 30. September (meteorologisch) oder vom 21. Juni bis zum 22. September (astronomisch). Der Kohl für Sauerkraut wird meist erst danach geerntet. Zweites Problem: der "Kappes". Nicht alles, was Kappes ist, kann auch Sauerkraut werden. Tatsächlich verlangt die Sauerkrautherstellung sogar einen ganz besonderen Kohl, nämlich solchen, der über eine feine Zellstruktur mit hohem Wasserhaltevermögen verfügt. Und nun kommen wir zum größten Problem: dem Diebstahl. Fast klingt es so, als sei die ungesetzliche Beschaffung integraler Bestandteil der Sauerkrautproduktion. Dies ist nicht der Fall. In einigen, mir persönlich bekannten Fällen, mag es zu eigentumsverletzenden Straftaten gekommen sein, aber der Normalfall ist doch eher der legale Anbau von Kohlpflanzen zum Zwecke des späteren Verzehrs. So auch bei mir. Und damit kommen wir zu dem vielleicht etwas schleierhaften Foto, auf dem Weißkohlpflanzen der Sorte "Donator" (www.bingenheimersaatgut.de) unter dem Kohlweißlingsschutznetz in meinem Garten zu sehen sind. Noch sind sie klein, aber im Herbst (!) werden sie pro Kopf zwischen zwei und drei Kilo wiegen, über eine feine Zellstruktur verfügen und richtig saftig sein. Dann komme ich mit der großen Astschere (mit einem Küchenmesserchen Kohl ernten zu wollen verrät vielleicht Optimismus, wahrscheinlich aber einfach totale Ahnungslosigkeit) und hole den Kappes vom Feld in die Küche, wo er - wir kommen zum vierten Problem der Volksweisheit - erst noch verarbeitet wird. Da diese Tätigkeit meist von Frauen erledigt wird, ist es wenig überraschend, wenn sie in der stark gekürzten Fassung der Lebensmittelherstellung (Kappes klaut - Sauerkraut) schlicht unterschlagen wird. Zusammenfassend lässt sich sagen: Aus Kohl kann man Sauerkraut herstellen, aber so einfach, wie der Volksmund sich das vorstellt, ist es dann wohl doch nicht.

Hat jemand einen Schalter umgelegt?

Dicke Bohnen

Plötzlich, zack!, ist der Frühling da! Die Dicken Bohnen und die Erbsen zeigen sich selbstbewusst, der Schnittsalat unter dem Vlies keimt fröhlich und die Stachelbeeren, die vor 1 Woche nicht das kleinste bisschen Grün zeigten, haben jetzt voll entwickelte Blätter plus dicke schwellende Knospen. (bitte auf "weiterlesen" klicken.) Der Winterknoblauch steht in sattem Grün und in der Reihe "Frühblüher" treten auf: die Honigbeere, die Küchenschelle und Traubenhyazinthen.

Herr Meyer fliegt raus

Der Zitronenbaum, Sorte: Meyer

Nur aus dem Gewächshaus, denn die Tomatenpflanzen, die ich vor 5 Wochen gesät habe, waren zum Teil bereits kniehoch. Im Haus (nachts) ließen sie sich sehnsüchtig seufzend gegen die Fensterscheibe fallen, im Gewächshaus (tags) wuchsen sie täglich höher. Keine Ahnung, wer diesen Turbo gezündet hat, aber so ging es nicht weiter. (bitte auf "weiterlesen" klicken.) Alles, was den Winter geschützt im Gewächshaus verbracht hat (Herr Meyer, Oleander, Ableger von Feige, Lavendel, etc.) musste also die Schutzhütte verlassen, um Platz zu machen für die Tomatenpflanzen. Die Paprika und Chili sind noch nicht so weit, sie werden täglich zwischen Gewächshaus und Wohnzimmer hin und her getragen. Die Salatsaatschalen bleiben auch über Nacht unter dem Glasdach, aber in wenigen Tagen werden sie so weit sein, dass die Pflanzen ins Beet können.

Status quo

noch ist alles braun ...

So sieht er aktuell aus, der Gemüsegarten. Unter dem großen Vlies rechts liegen 5 Reihen Kartoffeln, unter dem kleinen Vlies links 2 Reihen Schnittsalat und eine Reihe Spinat. Ansonsten ist noch nicht viel passiert, außer, dass ich die Überbleibsel vom letzten Jahr langsam aber sicher beseitige (siehe wachsender Komposthaufen links oben im Bild), um die Beete für die Aussaaten vorzubereiten...

Osterquiz: Wie warm ist es?

Die spätesten aller meiner Krokusse

Die Fotos sind von Samstag, aber gerade heute, vor dem trüb-grauen Hintergrund des bedeckten Himmels, strahlen sie besonders schön, oder? Alles diese Blüten (bitte auf "weiterlesen" klicken), finden sich in meinem Gemüsegarten. Woran erkennt man nun auf diesen Bildern die Außentemperatur? Grad-genau kann man es nicht sagen, aber es ist noch unter 10°C. Eine Stunde später (über 10°C) saß auf jeder Blüte eine Biene, Hummel, Schwebfliege, oder sonstwas mit Flügeln und sechs Beinen. Unter anderem deshalb gibt es alle diese Blüten bei mir, obwohl einige in die herablassend-fies-unhöflich genannte Kategorie "Unkraut" fallen...

So weit waren wir doch schon ...

Spinat Keimblätter
Der Spinat traut sich nicht raus bei der Kälte

… vor drei Wochen. Wegen des Kälteeinbruchs verweigern die meisten Pflanzen das Wachstum, hier zum Beispiel der Spinat. Nur die Dicken Bohnen machen einen auf Dicke Hose und lassen sich auch von winterlichen Temperaturen nicht beeindrucken (für das Dicke Hosenbohnen Foto auf „weiterlesen“ klicken“).

Vorher - nachher

Das Beet, wie es aus dem Winter kommt

Zwischen den beiden Bildern (auf „weiterlesen“ klicken!) liegen ca. 24 Stunden – davon 6 Stunden Arbeit. Die riesigen Salate im ersten Bild sind noch vom letzten Jahr! Zuckerhutsalate überstehen durchaus einige Minusgrade und wir haben bis März davon gegessen, aber jetzt sind sie ledrig und bitter. Die Hühner von Hubert allerdings futtern das Zeug mit Begeisterung.
Ich habe also die Salate abgeräumt (und zu den Hühnern gebracht), den Boden vorsichtig gelockert, geharkt, alle 50 cm Spinat in Reihen gesät und das Ganze mit Brennesseln gemulcht. Auf dem Beet soll später - zwischen den Spinatreihen - der Mais wachsen, den ich noch nicht mal ausgesät habe. Aber noch ist ja Zeit, Mais ist frostempfindlich und darf deshalb erst Mitte Mai raus.

Die nächste Generation

In diesen selbst gepressten Erdwürfeln keimen hoffentlich bald die nächsten Salate und die großen Kohlköpfe. Noch schleiche ich jeden Morgen enttäuscht von dannen, aber bald werden die Keimblätter auftauchen. Bestimmt!

Noch nie zuvor ...

Überblick über den Gemüsegarten
Wow!

…war ich Anfang April so weit mit den Vorbereitungen im Gemüsegarten. Der gesamte Vorgarten ist von der Winterdecke befreit, mit Grabgabel vorsichtig belüftet, von überwinterndem Unkraut befreit, mit Kompost versorgt, feinkrümelig geharkt und fast völlig gemulcht. Kein Mulch ist dort, wo die Kartoffeln gelegt sind, weil ich nicht wusste, ob der Kartoffelverantwortliche dies wünscht oder nicht. Er wünscht, also muss ich in der Nachbarschaft nach Brennesseln suchen, denn meine sind alle verteilt.
Vorn unter dem hohen Netz sind die Erbsenkeimlinge vor Vögeln geschützt, die sie sonst gern aus dem Boden rupfen. Unter dem platten Vlies befindet sich Salat, unter dem halbrunden Vlies hatte ich schon Spitzkohlpflanzen ausgesetzt, die aber leider weg sind. Dort habe ich neuen Spitzkohl ausgesät. Die 4 Reihen Dicke Bohnen, so schon 5 Zentimeter groß sind, sind total krumm und schief, weil das Brett, auf dem ich herumlaufe, um den Boden nicht zu verdichten, sich im letzten Jahr stark verzogen hat.
Unter den Brennesseln, die zum Schutz vor Sonne, Wind und Starkregen auf dem Boden liegen, keimen schon früh gesäte Radieschen, Möhren und Spinat. Hoffe ich zumindest, kann man ja jetzt nicht so richtig sehen. Und nass ist alles, weil ich gestern ausgiebig gewässert habe.
Wer noch nicht so weit ist, muss sich aber nicht grämen! Der April, der alle Wetterextreme kennt, ist beim Wachstum ein großer Ausgleicher. Wenn die nächsten Tage kühl werden, stellen die Samen ihre Entwicklung auf „Pause“. Unter Umständen sind also Anfang Mai die Sämereien alle gleich groß, egal, ob sie am 9. oder am 20. April ausgesät wurden!

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