Starthilfe

Die Paprikaflutwelle rollt weiter

Viele Paprikasorten sind übrigens mehrjährige Pflanzen. Ich habe es noch nie geschafft, sie in einem kühlen, hellen, frostfreien Raum lebend über den Winter zu bekommen (weil es einen solchen Raum bei uns nicht gibt), aber vielleicht habt ihr die Möglichkeit? Übrigens: Bei den Sorten, die im Herbst ihre Blätter abwerfen, ist das Licht im Winterquartier nicht entscheidend, die dürfen dann auch dunkel stehen. Wenn keine Blätter – dann keine Photosynthese – also kein Lichtbedarf. Gilt für alle Pflanzen im Überwinterungsmodus.

Vorher-Nachher

Der Rucola im Erdbeerbeet

Mensch, wie die Zeit fliegt. Der August ist schon da und ich hatte in den letzten Wochen viel Arbeit und wenig Zeit für den Garten. Daher war das Erdbeerbeet zum Hauptlieferanten unserer abendlichen Salat-Sausen geworden, denn der Rucola, der sich dort von selbst vermehrte, hatte alles überwuchert. Sehr lecker – aber die Erdbeerpflanzen müssen jetzt Kraft sammeln für die nächste Saison. Die Entscheidung fiel also gegen den Rucola (der ja auch noch an vielen anderen Stellen wächst).
Und so (auf „weiterlesen“ klicken) sieht das Erdbeerbeet jetzt aus. Der Rucola ist kleingeschnitten zwischen den Pflanzen gelandet, so kann er den Boden vor Austrocknung schützen (haha, ein Blick in die Wettervorhersage hätte mir verraten können, dass aus dieser Richtung keine Gefahr droht) und dient vor allem der Düngung. Während er dort langsam verrottet, gibt er dem Boden, auf dem er gewachsen ist, die Nährstoffe zurück, die er ihm entzogen hatte.
Die Erdbeerreihen sind jetzt einigermaßen ordentlich, obwohl ich viele Ableger der Sorte „Honeoye“ noch an den Pflanzen gelassen habe. Die kann ich erst umpflanzen, wenn der Weißkohl, der da noch im Weg rumsteht, gehobelt und im Sauerkrautfass gelandet ist. Aber dann kommt die 4. Reihe zum Erdbeerbeet dazu.
Wer ein Erdbeerbeet neu anlegen möchte, sollte das bald tun. Je länger die Pflanzen vor dem Winter Zeit zum Wachsen und zum Wurzeln haben, desto größer fällt im nächsten Frühjahr die Ernte aus. Zu einem guten Start gehört ein sonniger (!) Platz, eine ordentliche Kompostgabe und vor allem zu Beginn ausreichend Wasser (ist in unserer Region aktuell in Form von Regen reichlich vorhanden). Wer außerdem Schachtelhalmbrühe oder –jauche zur Verfügung hat, gibt den Erdbeerpflanzen zwei, vier und sechs Wochen nach der Pflanzung davon ordentlich einen mit (Brühe auf die Blätter spritzen, Jauche auf den Boden gießen). Das stärkt die Pflanzen gegen Pilzbefall, der zum Teil von unten die Wurzeln befällt und zum Teil von oben die Blätter.

Das Gartenjahr hat gerade erst begonnen!

Salatkeimlinge
neu gesät (und noch nicht von den Schnecken gefressen)

Na gut, das ist übertrieben. Sicher ist: es ist noch lange nicht vorbei! Wenn du Lust bekommen hast, selbst in den Anbau von Gemüse/Kräutern/Salat einzusteigen, dann ist jetzt immer noch die richtige Zeit. Es gibt viele wunderbare Sorte (auch Blumen), die jetzt noch gesät werden können. Meine beiden bevorzugten Saatgutadressen haben in ihren Online-Shops extra Rubriken eingerichtet, in denen man schnell die richten Sorten findet:
Dreschflegel
Bingenheimer Saatgut

und der Biogartenversand hat zwar keine eigene Rubrik aber auch ein großes Angebot - auch an (Obst-)Gehölzen, die man im Herbst pflanzen kann:

Biogartenversand

Vampire? Kein Problem!

Mein Frühstück - okay, das war ein Scherz ;-)

Ist er nicht schön, mein Knofi? Eine richtig dicke Knolle, saftig, würzig und scharf (ich hab mein Fotomodell direkt nach dem Shooting aufgegessen). So eine tolle Ernte hatte ich noch nie – und dabei hatte ich schon das Schlimmste befürchtet, weil ich die Zehen im letzten Herbst (!) eigentlich ein bisschen tief eingesetzt hatte. Aber genau das scheint ihnen gut gefallen zu haben. Heimlich, still und leise haben sie sich zu prächtigen Vampirschrecks entwickelt. Seitdem bin ich noch entspannter, wenn ich abends in der Dämmerung die Fledermäuse herumflitzen sehe ...
Überwinterungsknofi ist übrigens in unseren Breiten generell viel ertragreicher als solcher, den man erst im Frühjahr steckt. Und das Pflanzmaterial sollte man wirklich im Fachhandel kaufen (Bio-Saatgut-Versand), da der Knofi, den man im Laden zum Futtern kauft, meist von anderen Sorten ist, die bei uns nicht so gut gedeihen.

DickeBohnenBlätter für Dickköpfe

Dicke Bohnen
Die Dicken Bohnen sind reif

Die Dicken Bohnen sind reif. Lecker sind sie auch und noch zart, deshalb ernte ich sie jetzt in großen Mengen, pule die Kerne aus den flauschigen Schoten und friere die Böhnchen ein. Übrig bleibt die ca. 1 Meter hohe Pflanze mit ihrem viereckigen Stengel und den labberigen Blättern, an deren Pfahlwurzeln Stickstoff gebunden ist. (Bitte auf „weiterlesen“ klicken.)
Nur wenige Meter daneben, zur gleichen Zeit: Auf den Kohlbeeten wucherte das Unkraut höher als der Kohl, das habe ich nach der Rückkehr aus dem Urlaub ausgerissen oder geschuffelt und zwischen den Kohlpflanzen liegen gelassen. Als Mulch hält das Zeug die Feuchte im Boden und gibt die Nährstoffe, die es dem Boden entzogen hat, in der Rotte zurück. Aber das reicht dem Kohl noch nicht, denn kaum eine andere Pflanze entwickelt auf einem winzigen Fleck Erde mit nur einer Wurzel eine derartige Biomasse. Ein einziger Kohlkopf wiegt, wenn er ausgewachsen ist, locker zwischen 3 und 5 Kilo! Wie der Mensch auch muss der Kohl aber ordentlich reinhauen, damit er dick wird. Da Bohnen und Kohl sich gut vertragen, schneide ich die Dicken Bohnen Stengel knapp über dem Boden ab, schnipsele sie in 10 cm lange Stücke und mulche sie um den Kohl herum. Damit bin ich die Stengel los, die sonst nur meinen Kompost überfluten würden, und der Kohl freut sich über die Mulchdecke, die sich langsam zersetzt und kann die Nährstoffe aufnehmen, die das Bohnengrün freigibt. Die Wurzeln mit den Stickstoffknöllchen bleiben in ihrem Beet. Dazwischen pflanze ich die vorgezogenen Grünkohlpflanzen. Sie profitieren von der Stickstoff-Düngung, die aus den Wurzeln der Bohnenpflanzen kommt, wenn diese verrotten.

Vorsichtige Bohnen

Pionierbohnen erkunden das Gelände

Die Buschbohnen, die ich Anfang letzter Woche gesät habe, schauen schon vorsichtig heraus. Es war warm und ich habe sie feucht gehalten, daher sind sie recht schnell gekeimt. Sobald alle da sind, häufele ich sie ein bisschen an, damit sie später, wenn sie voller Bohnen hängen, nicht umfallen.
Buschbohnen kann man übrigens noch bis Anfang Juli regelmäßig säen, Stangenbohnen nur bis Anfang Juni.

Ach du Dicke Bohne!

Noch ohne Bohne aber schon dick

Na ja, noch sind keine Bohnen da, noch nicht einmal Blüten. Aber ganz viele Ansätze. Dies ist eine neue Sorte, weil meine über Jahre kultivierten „Frühen Weißkeimigen“ 1,50 Meter hoch werden und dann immer umfallen. Wenn sie dann so aufeinanderliegend hat der Rostpilz beste Bedingungen! Dieses Jahr also der erste Versuch mit „Ratio“. Die Pflanzen sind schnell gewachsen, sehen gesund aus und sind standfest. Wenn sie jetzt noch massenhaft Ertrag bringen und zwar BALD, bin ich glücklich ;-). Übrigens: Dicke Bohnen kann man ab Februar aber auch jetzt noch säen!

Himbeerableger verpflanzt

Himbeerpflanzung
verjauchtes Schachtelhalmkraut bei den Himbeeren

Gelb werden sie sein, die Früchtchen, und superlecker. Probieren durfte ich sie schon letztes Jahr, jetzt habe ich Ableger bekommen.
Himbeeren sind Waldpflanzen, die man in der Natur unter lichtem Blätterdach oder – noch häufiger – an Lichtungen und Waldrändern findet. Das bedeutet, dass sie auch im Garten möglichst halbschattig und vor allem in einem lockeren Boden mit Mulchdecke stehen sollten. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto wichtiger ist der lockere, humose Boden, der nicht austrocknen sollte aber auf keinen Fall die Nässe staut. Wer sich das nicht richtig vorstellen kann, geht in den Wald und buddelt mit den Händen ein bisschen im Boden rum, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Da sich dort, wo die neuen Himbeeren jetzt stehen, im letzten Jahr der Boden aufgrund einiger Arbeiten stark verdichtet hat, habe ich ihn jetzt mit der Grabgabel gelockert, mit dem Grubber/Krümmer/Krail/Vierzack (das Ding hat viele Namen) schön feinkrümelig bearbeitet und die Himbeeren gepflanzt. Und jetzt kommt – vor dem Mulchen – der Spezialtrick: Schachtelhalm. Der Schachtelhalm wächst zwar besonders auf stark verdichteten Böden, aber als Mulch oder Jauche gegossen, bewirkt er genau das Gegenteil. Er lockert den Boden so genial auf, dass man mit dem Plastikeierlöffel umgraben kann! (Nein, im Biogarten wird nicht umgegraben, das war jetzt nur zur Veranschaulichung.)
Im Bild vielleicht erkennbar sind die Reste des im letzten Jahr vergorenen Schachtelhalms, den ich zwischen den Himbeeren ausgebracht habe. Darauf kommt dann Häckselgut (Rindenmulch) oder altes Laub als Mulchdecke.
Noch sind die Himbeerpflanzen winzig, aber sie können locker 2 Meter Höhe erreichen. Eine Anbindung der „Himbeerhecke“ an waagerechte Latten oder einzelnder Pflanzen an Bambusstäbe ist also sinnvoll.
Und dann heißt es: feucht halten und Geduld üben, bis die leckeren Beeren reifen…

Die Stachelbeere blüht

Unauffällige Blüte der Stachelbeere

Wir sind schon mitten im Erstfrühling, was man an den Stachelbeerblüten sieht. Sie gehören zu den Ereignissen, an denen die phänologische Jahreszeit erkennbar ist. Meine Stachelbeeren blühen schon seit einigen Tagen, die Blüten sind unscheinbar, aber sie locken Bienen und andere Insekten an, so dass man die Blütezeit besser hören als sehen kann ;-).

Ab dem Zeitpunkt der Stachelbeerblüte kann man vorgezogene Pflänzchen von Salat und Kohl ins Freiland auspflanzen (hab ich schon getan: Salat wächst gut, 7 Spitzkohlpflanzen sind verschwunden – vermutlich den Schnecken zum Opfer gefallen). Die Kohlpflanzen setzt man bis zu den Keimblättern in den Boden oder, falls die Setzlinge schon drin sind, man häufelt die Erde an, damit die Maden der Kleinen Kohlfliege keinen Zugang zum Stängel finden. Sie fressen sich nämlich gern dort hinein und lassen die Pflanzen verkümmern.
Aussäen kann man jetzt ins feinkrümelig geharkte Beet: Salate, Spinat, Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, Rettich, Dill, Möhren, Erbsen und – falls noch nicht geschehen – Dicke Bohnen. Die Erbsen und die Dicken Bohnen (noch keine Strauch- und Stangenbohnen!) kann man 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen, bevor man sie legt, dann keimen sie schneller. Die Möhrensaat mischt man mit Dill, dann keimen die Möhren schneller. Außerdem kann man alle 10 Zentimeter ein Radieschen zwischen die Möhren säen. Das wächst schnell und zeigt an, wo Möhrensamen schlummert, denn der braucht lange zum Keimen und wird dann gern zwischendurch vergessen und weggeharkt (hüstel).

Die bereits eingesäten Beete habe ich mit Brennesselmulch bedeckt. Dadurch bleibt der Boden feucht, so dass die Saat nicht austrocknet, und im Fall eines starken Regens bildet sich keine Kruste, durch die sich die zarten Möhrenkeimlinge kämpfen müssten. Wer keine Brennesselblätter hat, kann auch Rasenschnitt nehmen, aber bitte nur ganz dünn ausbringen, damit das Schnittgut nicht zusammenpappt und eine feste Decke bildet, unter der alles fault.

Sehnsucht

Tomatenpflanzen
Sehnsucht am Fenster

Genau so sehnsüchtig wie ich warten die Tomatenpflänzchen auf die Rückkehr des Frühlings. Gemeinsam stehen wir am Fenster und schauen hinaus auf blühende Primeln, Hyazinthen und Osterglocken. Mein Vorteil: Ich kann die Tür öffnen und auf eigenen Füßen rausgehen, um die Frühlingsluft zu atmen ;-)
Eigentlich ist es für die Tomaten noch zu früh. Bei dem bedeckten Wetter bekommen sie nicht einmal am Fenster genug Licht, daher werden die Stängel immer länger statt dicker. Trotzdem hatte ich sie mit Absicht so früh ausgesät (KW9), weil ich sie bereits Mitte April ins Gewächshaus pflanzen will. Jetzt muss ich sehen, wie ich damit klarkomme. Erfreulicherweise sagen die Wetterfrösche mildes und immer mal wieder sonniges Wetter vorher, so dass ich die Pflanzen tagsüber ins Gewächshaus trage. Dort ist es zwar kühl aber hell, in diesem Entwicklungsstadium eindeutig die bessere Wahl. Abends hole ich sie dann wieder herein, damit sie die Nacht im Warmen verbringen können.
Da die Pflanzen bei mir auf dem (ungeheizten!) Fußboden statt auf einer geheizten Fensterbank stehen, habe ich Styroporplatten untergelegt. So sind sie wenigstens vor der direkten Kälte des Steinbodens geschützt.

Wer noch keine Tomaten gesät hat, kann das jetzt noch ganz entspannt nachholen. Mitte März (und wir sind jetzt mal großzügig) ist eindeutig früh genug, damit man Mitte Mai, wenn sie nach draußen dürfen, kräftige Pflanzen hat!

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