Chili

Heimtückische Schönheiten

Scharf? Nicht scharf?

Jalapeños heißen diese Chilis, die mit dem Schärfegrad 3 (von 10) im Katalog der Bingeheimer-Saatgut AG angegeben waren. Dickfleischig sollten sie auch sein. Prima, dachte ich, und baute sie im letzten Jahr erstmalig an. Dickfleischig stimmt, aber scharf waren die überhaupt nicht! Naja, dachte ich, vielleicht eine spontane Mutation des entsprechenden Samenkorns. Neues Jahr, neues Glück. Wieder entkernte ich die erste, lutschte vorsichtig am dicken, knallroten Fruchtfleisch: mild, fruchtig, lecker. Nix scharf. Aber dann fasste ich mir kurz darauf ans Auge – oha! Die Schärfe sitzt ausschließlich (!) in den Scheidewänden und Samen. Ich komme also auf meine ursprüngliche Idee zurück und werde die 7 cm langen Schoten in dicke Ringe schneiden und einkochen. Allerdings mit Samen. Und dann wird der Durchschnitt zwischen mildem Fruchtfleisch und scharfen Samen hoffentlich genau die Schärfe ergeben, die ich auf Pizza so liebe ;-)

Seid ihr groß geworden!

Was ich mir als Tante immer verkniffen habe, darf ich als Gärtnerin sagen ;-) Tatsächlich sind die Chilis und Paprika in den letzten Tagen, in denen es auch mal sonnige Abschnitte gab, stark gewachsen. Damit die Pflanzen sich demnächst nicht gegenseitig Licht wegnehmen, wird es Zeit, sie auseinanderzusetzen bzw. zu pikieren. Mal sehen, wann ich in den nächsten Tagen Zeit dafür finde.

Herzlich Willkommen!

Die ersten Keimlinge der Chilis sind da. Nach genau einer Woche. Ich habe sie förmlich herbeigeschaut mit meinen sehnsüchtigen Blicken ;-)

Ab sofort brauchen sie Licht, Licht, Licht und nochmal Licht. Also DIREKT ans Fenster. Außerdem mögen Chilis eine hohe Luftfeuchtigkeit, die in geheizten Räumen meist nicht vorhanden ist. Es schadet also nicht, die Pflänzchen einmal täglich mit der Wäschespritze einzunebeln.

Darf's ein bisschen schärfer sein?

Lange angekündigt, gestern erledigt, heute im Netz: Die Starthilfe für eigene Chilis.
Chilis sind im Vergleich zu den etwas zickigen Gemüsepaprika und den sehr zickigen Tomaten ziemlich anspruchslos. Sie gedeihen gut auf dem Balkon im Kübel (mindestens 5 Liter) aber auch im Beet, selbst wenn der Sommer nicht von Mai bis September mit Temperaturen über 25 Grad glänzt. Und jetzt geht’s los:
Man braucht: sehr kleine Blumentöpfe (oder Joghurtbecher (max. 150g), das untere Drittel von Saft- oder Milchkartons, etc., jeweils mit Wasserabzugsloch), Erde (s.u.), ein Tablett oder Untersetzer für den Blumentopf, ein Schildchen zur Beschriftung UND GANZ WICHTIG: Einen sehr hellen Platz, an dem die Pflanzen bis Mitte Mai stehen und wachsen können!!! (wer nur wenig Platz für kleinere Pflanzen hat, sät erst in vier Wochen aus).

JEDE Saat erfolgt in Aussaaterde, NICHT in Blumenerde. Ich nehme tatsächlich gekaufte „Anzucht- oder Kräutererde“, man kann aber auch normale Gartenerde halb und halb mit Sand mischen. Besonders gut ist Erde von Maulwurfshügeln. Die Erde füllt man in einen Blumentopf und drückt sie fest. Dann stupst man mit dem Finger ein Loch oben in die Mitte, legt einen oder zwei Samen hinein, krümelt etwas Erde oder am besten Sand auf den Samen, drückt nochmal ganz leicht an und fertig.
Ich sprühe dann mit einer Wäschespritze etwas Wasser oben auf die Oberfläche, man kann aber auch vorsichtig gießen.

Chilisamen keimen bei MINDESTENS 20°C, besser sind 22-26 Grad. Ist die Luftfeuchtigkeit im Wohnraum sehr gering, stülpt man eine Plastiktüte über den Topf, damit die Erde und der Samen nie austrocknen. Ich behelfe mir mit der Wäschespritze und mache einfach 4x täglich „pfft“.

Bis zum Aufgehen des Samens brauchen die Anzuchttöpfe kein Licht, nur Wärme. Sobald aber die ersten Keimblättchen kommen, dreht sich das Verhältnis um. Dann ist Licht wichtiger als Wärme (kalt darf es aber auch nicht werden, sonst wachsen die Pflanzen nicht weiter).

Meine „Anzuchttöpfe“ sind gepresste Erdwürfel (Erdwürfelpressen gibt es z.B. beim Biogartenversand Jeebel). Sie haben den Vorteil, dass sie klein sind, was aber zu Massenanzucht verleitet und später in ein erhebliches Platzproblem mündet. Auch die Verwendung von Zimmergewächshäusern oder Anzuchtschalen, in die man 20 oder mehr Samen breitflächig säen kann, lösen im Gärtner den Wunsch aus, möglichst viele Pflänzchen zu ziehen. Aber was macht man mit 20 Chilipflanzen? und vor allem: Wohin bis Mitte Mai mit 20 Chilitöpfen – besonders, wenn später auch noch Tomaten dazukommen sollen? Deshalb empfehle ich so gern Blumentöpfe, da sieht man gleich, worauf man sich einlässt …

Hat man verschiedene Chilisorten (ich habe 8), sollte man die Beschriftung sehr gewissenhaft durchführen (was mir praktisch nie gelingt, jedenfalls nicht über die gesamte Dauer von Aussaat bis Pflanzung, weshalb es später immer wieder Überraschungen gibt). Zur Beschriftung kann man Joghurtbecher zerschneiden und mit „permanent Marker“ Stiften beschriften. Tja und dann heißt es: geduldig abwarten, bis die Saat aufgeht. Fortsetzung folgt!

Das Gartenjahr beginnt JETZT

Frische Chilis aus eigenem Anbau sehen nach exotischem Luxus aus, sind aber viel einfacher und erfolgreicher zu ziehen als die allseits beliebten Tomaten. Deshalb hier die Starthilfe für Menschen ohne Vorkenntnisse:
Wer Chilis selbst aus Samen ziehen (und später im Beet oder Pflanztopf auf dem Balkon) ziehen will, sollte sich noch im Januar Saatgut besorgen, denn die Aussaat auf der Fensterbank beginnt spätestens Anfang Februar.
Das Saatgut sollte idealerweise aus Bio-Anbau kommen und KEINESFALLS F1-Hybriden sein (dazu später mehr). Tolle Angebote gibt es z.B. bei Dreschflegel, bei Bingenheimer Saatgut oder im Bioladen (dort meist aber erst später).

Je schärfer Paprika (zu denen ja auch die Chilis gehören) sind, desto unempfindlicher ist die Pflanze. Milder Gemüsepaprika braucht sehr viel Wärme und Luftfeuchtigkeit und reift spät. Für Starter eignen sich die mittelscharfen bis scharfen Chilis daher am besten.

Besorgt euch also jetzt das Saatgut (für Balkongärtner und Anfänger ebenfalls interessant weil erfolgversprechend sind Pflücksalate, Schnittlauch und mehrjähriger Rucola). In der letzten Januarwoche (KW 5) kommt dann hier die Anleitung, wie es weiter geht.

Das nächste Weihnachten kommt bestimmt

Vor genau einer Woche habe ich diverse Paprikasorten gesät, darunter Glockenpaprika. Heute (Paprika Tag 8) sieht es in der Anzuchtschale so aus.

Die da keimen sind Glockenpaprika, eigentlich eine Art Chili. Die Früchte sehen aus wie Glocken und reifen knallrot ab. Da ich in den meisten Jahren viel später dran bin, reifen die letzten meist erst im Dezember. Deshalb werden sie – bevor sie gegessen werden – erst noch als Adventsdeko missbraucht.

In diesem Jahr bin ich so früh wie noch nie. Die Eisheiligen sind erst in 14 Wochen, erst DANACH kann man Paprika ins Freiland pflanzen. Wie soll ich die (bis dahin hoffentlich schon stattlichen Büsche) bloß so lang hier drinnen ziehen? Und vor allem: wo? Ich glaube, da war ich wohl etwas übereifrig ...

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