Clever heizen - großes Kosten- und CO2-Einsparpotenzial

Kirsten und Oliver
Ein Klimatipp von Kirsten Lübke (stellv. Geschäftsführung einer Mediaagentur) und Oliver Sitt (freier Werbetexter und Agenturinhaber)

Seit wir bewusster heizen, verbrauchen wir jedes Jahr über 30 % weniger Energie. Die Tipps dafür waren schnell gefunden: 20° C in Wohnräumen, in der Küche genügen meist auch 18 °C und im Schlafzimmer heizen wir so gut wie gar nicht. Das Umweltbundesamt empfiehlt hier ansonsten eine Temperatur von 17°C. Schon 1°C weniger Raumtemperatur soll die Heizkosten um bis zu 6% senken. Da lohnt es sich auch schon einmal über eine Jacke oder einen Pullover nachzudenken.

Nicht auskühlen lassen

Wer nach längerer Abwesenheit in ein ungeheiztes Zuhause kommt, weiß wie lange es dauert, bis man sich darin wieder wohl fühlt. Der Grund: Die Wände sind komplett ausgekühlt. Ähnliches passiert, wenn ein Fenster längere Zeit auf Kipp steht, die Wand und die Decke kühlen aus und da meist unter dem Fenster die Heizung ist, zieht die Heizungsluft ungenutzt ab. Wir machen es anders: Meist vormittags reißen wir einmal alle Fenster auf, sodass ein leichter Durchzug entsteht und sich die Luft rasch austauscht. Vorher habe ich den Heizkessel über den Thermostat runtergestellt, um zu vermeiden, dass er gegen die kalte Außenluft anheizt. Dann lüfte ich ca. 5-10 Minunten. Anschließend schließe ich die Fenster wieder und stelle die Heizung wieder an. Der große Vorteil: Zwar entweicht die warme Luft, aber die Wände kühlen nicht aus. So ist es ruckzuck in den Zimmern wieder warm. Den Tag über lüften wir dann nur noch punktuell im Bad oder in der Küche - nach Bedarf.

Nachtabsenkung auch tagsüber nutzen

Wichtig ist natürlich, die Nachabsenkung überhaupt zu nutzen. Bei moderneren Heizungen kann man sie über eine integrierte Zeitschaltuhr äußerst komfortabel steuern. Einmal programmiert, muss man sich eigentlich nicht mehr darum kümmern. Selbst das es am Wochenende abends länger warm bleibt, lässt sich so einstellen. Und wenn Sie mal zu früh ausschaltet, kann man sie mit einem Knopfdruck wieder in Tagmodus versetzen. Die Nachtabsenkung haben wir auf 16,5°C gestellt - tiefer sollte man auch nicht gehen, damit das Mauerwerk nicht zu sehr auskühlt. Man kann auch nur auf 18°C herunterfahren - das ist Geschmacksache. Wichtig ist, dass man die Nachtabsenkung nutzt. Da wir nur einen Knopf drücken müssen, um die Nachtabsenkung zu aktivieren, nutzen wir die Nachtabsenkung auch, wenn alle länger das Haus verlassen. Kommen wir dann zurück, ist es wiederrum ein Knopfdruck und eine Viertelstunde - und es ist wieder warm.

Rolladen und Vorhänge als Kältebarriere

Früher in Kneipen war es üblich. Im Winter musste man sich erst einmal - nach dem Öffnen der Tür - durch einen schweren Filzvorhang wühlen. So wurde die einströmende Kälte geblockt und drinnen blieb es warm. Ein Prinzip, dass auch bei den heimischen Fenstern funktioniert. Wenn es draußen dunkel wird, lassen wir daher im Winter direkt die Rolladen herunter. So reduzieren sich die Wärmeverluste über das Fenster um bis zu 20%. Wer über Vorhänge verfügt, kann auch diese zuziehen mit einem ähnlichen Erfolg. ABER AUFPASSEN: Die zugezogenen Vorhänge dürfen natürlich nicht den Heizkörper zum Raum hin abschotten - das hätte dann den gegenteiligen Effekt.

Die Zahlen, damit Sie weniger zahlen

Auf den meisten Heizkörpern sind heute Thermostate - so auch bei uns. Zu erkennen sind sie an den großen Zahlen, die meist von 1 bis 5 gehen. Ein Thermostat bedeutet in der Praxis, ich wähle am Heizkörper eine Temperatur und das Thermostat steuert das Ventil entsprechend. Wenn ich das Thermostat beispielsweise auf "2" stelle und es ist kalt im Zimmer lässt der Thermostat erst einmal viel heißes Wasser in den Heizkörper strömen. Ist die Temperatur erreicht, drosselt das Thermostat die Zufuhr vollautomatisch. Viele Menschen denken aber immer noch, die Drehdinger an der Heizung funktionieren wie früher, erst einmal vollaufdrehen, damit es warm wird - und dann später einmal runterregulieren. Letzteres wird dann leider oft vergessen und so bollert die Heizung in einer Tour. Denn jede Zahl auf der Skala entspricht einer Temperatursteigerung von 4°C. Bei uns reicht meist die Stufe 2, um es angenehm warm zu bekommen. EINZIGE AUSNAHME: Wenn Sie einen Raumthermostat haben, der die Heizung steuert, muss der nächste Heizkörper zum Thermostat immer voll aufgedreht sein. Ansonsten fehlt der Heizungsanlage die nötige Rückmeldung, um ihre Heizleistung steuern zu können.

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