Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Apfelschredder und Saftpresse zu verleihen

Übrigens: Die Obstmühle (auch Apfelschredder genannt) und die Saftpresse verleihen wir auch. Beides passt in einen normalen Pkw. Die Mühle zerkleinert die geviertelten Äpfel in ziemlich feine Schnitzel, aus denen dann mit der Presse der Saft herausgepresst wird. Der rohe Saft ist ca. 5 Tage haltbar, eingekocht hält er einige Jahre ... wenn er nicht vorher getrunken wird ;-)

Ein Sonntag auf dem Land

Ja, Landbewohner gehen sonntags seltsamen Beschäftigungen nach. Zumindest schienen das alle Spaziergänger zu finden, die an unserem Grundstück vorbeischlenderten. Sie verdrehten derartig die Köpfe, dass sie die Entgegenkommenden umrannten, die ebenfalls den Blick nicht von uns und unserem „Labor“ wenden konnten. Die Erklärung:
Apfelsaft!
60 kg Äpfel, 18 Liter Saft, 6 Stunden Arbeit mal zwei Personen, bis alle Äpfel aufgelesen, gewaschen, geviertelt, geschreddert, gepresst und abgefüllt waren, bis das Werkzeug vorgereinigt und nachher wieder gespült war.

Olympische Ringe? Nein!

Äpfel sind es, die hier trocknen sollen. Geschält, Kerngehäuse entfernt und dann in 1cm dicke Ringe geschnitten. Die tauche ich erst noch in Zitronenwasser (50/50), dann lege ich sie auf die Trockengitter der Trockenschranks und stelle diesen in die Sonne. Wenn es keine Sonne gibt, stelle ich die Gitter übereinander auf einen Luftauslass, den unsere automatische Hauslüftung im Obergeschoss hat.
Und dann übe ich mich in Zurückhaltung. Die Ringe schmecken nämlich immer, auch wenn sie noch gar nicht trocken sind … ;-)

Aber im nächsten Jahr ganz bestimmt ...

Du planst, im nächsten Jahr etwas Essbares in deinem Garten zu pflanzen? GUT! Am besten bereitest du das Stückchen Garten jetzt schon vor. Rasensoden abtragen und irgendwo unter einem Strauch mit dem Grün nach unten hinlegen. Den Boden unter dem Rasen tief lockern, d.h. Grabgabel reinstechen, hin und her ruckeln, fertig. NICHT umgraben. Die Oberfläche harkst du dann noch locker, damit ist die Vorbereitung erledigt. Die Bodenlebewesen leben in definierten Tiefen, beim Umgraben würden die von unten nach oben kommen und umgekehrt. Das gefällt denen nicht!
Dann eine dicke Schicht Kompost ausbringen. Der darf sogar noch stückig sein, völlig egal. Hauptsache mindestens 5 cm dick. Darauf kommt dann entweder eine Laubpackung (trockenes Laub OHNE sichtbare Schäden wie Rostpilze, Insektengallen, etc) oder Gründüngung. So spät im Jahr ist Spinat am besten. Einfach breitwürfig (also nicht in Reihen) aussäen, einharken, fertig. Entweder friert er im Winter ab oder man hackt ihn im Frühjahr 2 Wochen vor dem Starttermin um und lässt ihn einfach liegen (Start bei Kartoffeln Mitte April, bei Tomaten Mitte Mai). Darüber später mehr.
Frage: WO soll das Beet entstehen? IN DER SONNE !!! Praktisch alle Nahrungspflanzen benötigen die volle Packung Sonne. Von morgens bis abends. Ohne Störung. Salat, der verschämt im hintersten Winkel gepflanzt wird, wird nix! Heraus kommt immer das, was reingesteckt wird. Also: Guter Standort rein, gutes Wachstum raus. Guter Boden rein, gesunde Pflanzen raus. Sonnenenergie rein, pralle Fülle raus. Nix rein, nix raus. Ganz einfach.

Wettlauf verloren

Wer war da schneller als ich? Diese Feige ist nur noch ein Schatten ihrer selbst ...

Streichholzsalat

Diese fein gestifteten Möhren, Kohlrabi und weißer Winterrrettich gären seit Freitag ebenfalls vor sich hin (wie das Sauerkraut). Die Gemüsestiftchen sind zusammen mit Salz und 20 Knofizehen fest ins Glas gedrückt, aber nicht geprügelt. So entsteht natürlich NICHT ausreichend Flüssigkeit, also habe ich etwas Sauerkrautsaft vom letzten Jahr und abgekochtes und erkaltetes Wasser zugegeben. Der Deckel soll fest schließen, aber falls der Druck durch die Gärgase zu groß wird, kann er bei diesem System schon noch entweichen.
Ich bin sehr auf das Ergebnis gespannt. In ungesäuertem Zustand jedenfalls war die Mischung sehr lecker. Nun heißt es natürlich auch hier wieder, geduldig zu sein, denn die Milchsäuregärung braucht einige Wochen, bis sie abgeschlossen ist. Danach wird das Aroma jedoch immer besser, je länger man sich geduldet, desto besser .
Inzwischen steht dieses Glas übrigens in der Garage – mit einer Papiertüte aus dem Bioladen über dem Kopf, damit es im Dunkeln vor sich hin gären kann. Nur gelegentlich schaue ich mal nach, ob alles gut aussieht. Momentan ist das der Fall: Die Luftbläschen, die sich bei der Gärung bilden, steigen schön regelmäßig hoch, damit ist dann in wenigen Tagen auch die Haltbarkeit kein Problem mehr.

Ist der putzig !

Was für ein niedliches Kerlchen, gell? Ein vollkommen perfekter Rotkohl – nur eben in Miniformat. Wenn ich davon Saatgut gewinnen könnte, das DEFINITIV diesen Single-Kohl hervorbrächte, stünde einer Millionärskarriere wohl nichts mehr im Weg … Allerdings ist das Rotköhlchen ein Zufallsprodukt. Ich habe den Kohl sowieso etwas spät gesät, dann hatte dieser hier noch einen ungünstigen Standplatz mit viel Schatten und zwischen zwei ältere Spitzköhler eingeklemmt. Daher der bescheidene Wuchs. Jetzt ist er jedenfalls mit im großen Sauerkrauttopf (der auch schon ein gelegentliches Blubb hören lässt, wenn Gärgase durch die Wasserrinne entweichen. Gut so, denn je schneller die Gärung in Gang kommt, desto sicherer gelingt das Sauerkraut).

... dass sie von dem Sauerkohle eine Portion sich hole

Nur dass man das ja vorher machen muss. Das Sauerkraut. Und das habe ich eben getan. Einen Monat früher als sonst, weil unser Rotkohl so prall war, dass ich fürchten musste, beim nächsten Regen platze er. Also 8 kg Rotkohl (mehr war nicht da) , 2 kg Spitzkohl (auch der reichte dann immer noch nicht) und 2 kg Monsterkohlrabi (Joker!) geerntet, gehobelt, gesalzen, geprügelt … und dann sah es so aus.
Jetzt nur noch 4-6 Wochen Geduld und dann ist das Sauerkraut fertig ;-)

Der dümmste Bauer hat die dicksten K ...

... ohlrabi ?

Ich kenne die Sorte unter 2 Namen: Gigant (!) oder Superschmelz. Beide Namen sind korrekt. Die Dinger sind zwar riesig, aber butterzart. Die Frage ist nur: Wie lang essen 2 Leute an 2,8 kg Kohlrabi? Das werden wir jetzt mal testen. Das Frühstück ist übrigens tabu :-)

Heul doch!

Ja, diese Zwiebeln bringen mich zum Weinen. Aber nur in der Küche. Ansonsten ist es die beste, größte, erfolgreichste Zwiebel- und Knoblauchernte, die ich je hatte. Trotzdem bemerkt man sie in der Küche eigentlich gar nicht. Jeden Mittag (mit wenigen Ausnahmen) gehört eine Zwiebel dazu, ob nun Bratkartoffeln, Gemüsepfanne oder Mariniertes Gemüse auf dem Plan stehen. Heimlich, still und leise schrumpft so die Menge, obwohl wir nicht ein einziges Mal davon satt werden. Schade. Wirklich lohnend sind also Zwiebeln im eigenen Garten nicht. Aber sie passen halt gut zwischen die Möhren und weil ich in diesem Fall die Zwiebeln letzten Sommer ausgesät und im Frühjahr gesteckt habe (zum ersten Mal selbst Steckzwiebeln hergestellt und voll erfolgreich!), sind die Zwiebeln jetzt fertig, während das Möhrenlaub weiter wuchert.
Blöderweise habe ich letztes Jahr feststellen müssen, dass Zwiebeln (ebenso wie Kohl, Möhren, Porree und Knofi) bei mir nur unter einem feinen Netz gedeihen. Ansonsten werden sie rigoros von der Zwiebelfliege befallen (so wie Kohl vom Kohlweißling, Porree von der Lauchminierfliege, Möhren von der Möhrenfliege und Knofi von weiß-der-Teufel-wem). Inzwischen ist mein Gemüsegarten also fast vollständig unter Netzen verschwunden. Schön ist definitiv anders. Um dem entgegen zu wirken habe ich jetzt Löwenmäulchen und Bartnelken gesetzt in der Hoffnung, dass sie das trostlose Bild etwas auflockern. Viel zu spät, natürlich. Das muss nächstes Jahr auf jeden Fall besser werden…

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