Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Läppken hält

Vor knapp 4 Wochen habe ich beim Ausgeizen versehentlich einen Haupttrieb fast komplett abgebrochen. Um ihn zu retten, kam das Läppken drum. Offenbar hat dieses unkonventionelle Pflästerchen geholfen, denn die Pflanze ist ganz normal weiter gewachsen – vielleicht etwas weniger schnell als ihre Kollegen ringsum. Jedenfalls ist die erste Fleischtomate schon fast rot, 6 weitere Früchte sind noch giftgrün. Aber alles sieht gesund und munter aus. Operation gelungen!

Die Kamille will hoch hinaus

Eigentlich habe ich nix gegen Ambitionen. Ein bisschen Ehrgeiz gehört im Leben schon dazu. Aber welchen Teil von „Teppichkamille“ hat diese Kamille hier nicht verstanden? Offenbar den ersten. Teppich. Das ist ein Bodenbelag. Der ist unten und dient dem geschmeidigen Auftritt.
Diese Kamille jedenfalls will hoch hinaus. Dabei ist die Teppichkamille mein trittfester Bodendecker auf dem Weg zwischen den Beeten. Momentan nur mit Stelzen zu begehen. Aber warte nur …

Das Ende der Kindheit

Mensch, so lange waren wir doch gar nicht weg. Gerade mal zwei Wochen und man erkennt die Küken nicht wieder. Unglaublich!
Inzwischen haben sich die Charaktere gefestigt. Das „Füchschen“ (rote Federn) ist ganz zutraulich und verschmust, Zorro ist extrem unnahbar, die anderen sind alles dazwischen. Nur eins sind alle: Verfressen. Wir kommen kaum nach mit dem Auffüllen des Futterbehälters. Ach ja, im Baum pennen wollen sie immer noch. Also jeden Abend 8 kleine Hühner aus dem Baum schütteln und einzeln ins Bett bringen. Das liegt daran, dass die Kleinen immer noch früher schlafen gehen als die Alten Tanten. Wenn aber die Kleinen in ihren Kinderstall huschen, kommen die Alten Tanten und vertreiben sie wieder. Dann flüchten die Lütten in den Baum und dort schlummern sie dann so langsam weg. Erst wenn die Luft rein ist (die Alten Tanten selbst auf ihrer Stange hocken und Frieden herrscht im Hühnerland) können wir die Minis ins Bett bringen. Bis dahin ist es schon dunkel und sie poofen im Hibiskus. Zzzzzz ...

Läppken drum

„Wenns schlimm wird, tu mern Läppken drum“, sagte meine Oma immer. Das galt für aufgeschlagene Knie genauso wie für Liebeskummer, und im zarten Alter von 14 oder 15 brachte mich die Vorstellung vom **Liebeskummer im Läppken** kurzzeitig zum Lächeln. Nur ganz kurz, natürlich, denn in dem Alter ist Liebeskummer existenziell und muss mit dem entsprechenden Ernst durchlitten werden.
Hier jedenfalls soll das Läppken die Tomate retten, die ich beim offenbar etwas zu rustikalen Umgang selbst abgeknickt hatte. Das war schlimm, daher das Läppken. Die großmütterlich inspirierte Rettungsaktion liegt nun bereits 4 Tage zurück und scheint zu helfen, denn bis heute zeigt die Pflanzenspitze keine Ausfallerscheinungen.

30 Tage Kindheit

Jetzt sind sie erwachsen. Nicht, weil sie erwachsen wären (den Eindruck machen sie ganz und gar nicht), sondern weil die Glucke das so beschlossen hat. Gestern hat sie „ihre“ Küken plötzlich weggehackt, hat sie konsequent aus ihrer Nähe vertrieben. Das schien die Kleinen auch gar nicht so sehr zu stören. Nur als es Abend wurde, Mama sich schon einen Platz im ersten Stock bei den Großen erkämpft hatte, und die Kleinen als Letzte noch draußen waren, da war ihnen die Sache irgendwie unheimlich. Deshalb haben sie sich alle im Baum versteckt. Erst dachten wir, dass sie dort auch schlafen wollten, was uns schon einiges Kopfzerbrechen bereitete. Schließlich können Marder auch klettern. Und der Fuchs? Eher nicht. Trotzdem bereiteten wir uns darauf vor, die Küken aus dem Baum zu schütteln. Aber dann gingen sie freiwillig. Ein Held traute sich als erster raus aus dem schützenden Blätterkleid, schnell über den Weg und ab in die Bel-Etage der Küken. Dem Tapferen folgten alle nach und nach, die Angsthasen zuletzt. Dann hockten sie alle derartig an- auf und übereinander in der hintersten Ecke, dass man nur einen großen Haufen erkennen konnte. Gezählt hatte ich zum Glück schon bei der Mutprobe (Wegüberquerung im Dämmerlicht ohne Mama). Ich glaube, als die Klappe endlich zu war, waren wir 9 (8 Küken und ich) gleichermaßen erleichtert.

Das Blühfruchtwunder - oder Herr Meyer blüht auf

Unser Zitronenbaum (Sorte Meyer) hat den Winter wieder mal überstanden. Leider gab es einige eklige Läuse, die die überwinternden Blätter mit klebrigen Ausscheidungen überzogen haben. Diese Blätter wurden gelb und sind inzwischen fast vollständig abgefallen. Aber neue sind da, eine Zitrone wird gerade mal wieder reif (4 hatten wir schon dieses Frühjahr) und die nächsten Blüten öffnen sich auch bereits. Da die Zitrusfrüchte ja ganzjährig alles zusammen machen (Blätter, Blüten und Früchte bilden), kommt keine Langeweile auf.

Schüchterne Schwerter

Schwertbohnen sollen das werden, also Stangenbohnen mit breiten aber platten Hülsen. So wie die Türken sie mögen. Sehr, sehr lecker. Wenn allerdings von den 50 gelegten Bohnen nur diese hier kommen (seit Tagen warte ich auf weitere Keimlinge …), dann gibt das maximal ein kleines Scharmützelchen anstatt der erhofften riesigen Schwerter-Schlacht!

Der Kumpel schrumpelt wieder

Unser im letzten Jahr selbst gebauter Trockenschrank ist schon seit einigen Tagen im Dauereinsatz. Erst waren es die Holunderblüten, jetzt ist der Rosmarin dran.
Der Holunder blüht noch und die Blüten trocknen ziemlich schnell. Nur dunkel sollten sie stehen/hängen/liegen und luftig. Wer also keinen Trockenschrank hat, kann die Dolden aufhängen. Allerdings sollte ein sauberes Küchentuch untergelegt werden, denn die feinen Blüten fallen schnell ab. Als Zugabe zum Tee verleihen Holunderblüten einem einfachen grünen Tee eine aufregende Note (sprich: sie sind lecker!) UND sie sind gut gegen Erkältungen. Also viel trocknen und für den Winter luftdicht und dunkel aufbewahren.
Auch der Rosmarin kommt – neben der normalen Küchenanwendung – in den Tee. Er soll die geistige Leistung steigern. Mal schauen, ob’s hilft … ;-)

Zuckerschoten

Seit Tagen futtern wir das Zeug händeweise. Mal direkt vom Strauch, mal gedünstet als Salatzugabe oder mit frischen Zwiebeln und Bratkartoffeln. Man könnte sie auch rund werden lassen und als Erbsen essen (also nicht als Schoten), aber die Pulerei ist mir zu aufwändig und außerdem müsste ich dann ja an den leckeren Schoten vorbeigehen … nee, nee! Die süßen Schoten sind wirklich sehr lecker – und schön sind die Pflanzen auch. Da kann manche Sommerwicke blass werden vor Neid!

Diese Erbsen kann man noch bis Ende Juni aussäen. Da sie anfällig sind für Mehltau, ist ein sonniger Standort ohne Staunässe und mit ausreichend Belüftung wichtig.
Ich habe noch einige Samen (selbst gezogene von genau dieser Sorte „Graue Buntblühende“ von Dreschflegel) und gebe gern welche ab. Schon 5 Pflanzen sehen toll aus (werden ca. 1,20 Meter hoch und brauchen etwas, woran sie sich festhalten können, z.B. einen Zaun) und geben immer mal wieder ein paar Schoten. Ich habe ca. 30 Pflanzen auf 2 Metern, die jeden Tag eine Handvoll frischer Schoten liefern.
Übrigens: Die Erbsen lassen sich auch gut in einem Kübel ziehen: jeweils 5 Erbsen in einen Topf mit mindestens 5 Liter Volumen legen, ringsum 5 lange Ruten (trockene (!) Weidenruten oder lange, gerade Holunderzweige ohne Blätter o.ä.) in den Topf stecken und oben zusammenbinden. Feucht halten aber keine Staunässe zulassen. Sobald das frische Grün mit den lustig herumfuchtelnden Haltetrieben erscheint (weiß jemand, wie diese Ärmchen heißen?!?), kann der Topf es mit jeder Zierpflanze aufnehmen. Und wenn die Erbsen dann erst blühen … Himmlisch!

48 wilde Krallen

Jedes Küken hat zwei Beine mit je einem Fuß mit je 3 Krallen. Macht 48 Krallen. Die scharren ganz schön was weg. Deshalb muss der Kürbis zurzeit noch geschützt werden. Ich warte nur auf den Tag, an dem der Kasper oder Zorro sich durchgewühlt haben. Rein finden sie nämlich überall – nur raus meist nicht…

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