Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Sei tapfer!

Geschlossene Apfelblüte
Soll ich, oder soll ich nicht ...?

… will ich dieser Apfelblüte zurufen. Ihre Geschwister haben mehr Mut ;-)

Die Stachelbeere blüht

Unauffällige Blüte der Stachelbeere

Wir sind schon mitten im Erstfrühling, was man an den Stachelbeerblüten sieht. Sie gehören zu den Ereignissen, an denen die phänologische Jahreszeit erkennbar ist. Meine Stachelbeeren blühen schon seit einigen Tagen, die Blüten sind unscheinbar, aber sie locken Bienen und andere Insekten an, so dass man die Blütezeit besser hören als sehen kann ;-).

Ab dem Zeitpunkt der Stachelbeerblüte kann man vorgezogene Pflänzchen von Salat und Kohl ins Freiland auspflanzen (hab ich schon getan: Salat wächst gut, 7 Spitzkohlpflanzen sind verschwunden – vermutlich den Schnecken zum Opfer gefallen). Die Kohlpflanzen setzt man bis zu den Keimblättern in den Boden oder, falls die Setzlinge schon drin sind, man häufelt die Erde an, damit die Maden der Kleinen Kohlfliege keinen Zugang zum Stängel finden. Sie fressen sich nämlich gern dort hinein und lassen die Pflanzen verkümmern.
Aussäen kann man jetzt ins feinkrümelig geharkte Beet: Salate, Spinat, Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, Rettich, Dill, Möhren, Erbsen und – falls noch nicht geschehen – Dicke Bohnen. Die Erbsen und die Dicken Bohnen (noch keine Strauch- und Stangenbohnen!) kann man 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen, bevor man sie legt, dann keimen sie schneller. Die Möhrensaat mischt man mit Dill, dann keimen die Möhren schneller. Außerdem kann man alle 10 Zentimeter ein Radieschen zwischen die Möhren säen. Das wächst schnell und zeigt an, wo Möhrensamen schlummert, denn der braucht lange zum Keimen und wird dann gern zwischendurch vergessen und weggeharkt (hüstel).

Die bereits eingesäten Beete habe ich mit Brennesselmulch bedeckt. Dadurch bleibt der Boden feucht, so dass die Saat nicht austrocknet, und im Fall eines starken Regens bildet sich keine Kruste, durch die sich die zarten Möhrenkeimlinge kämpfen müssten. Wer keine Brennesselblätter hat, kann auch Rasenschnitt nehmen, aber bitte nur ganz dünn ausbringen, damit das Schnittgut nicht zusammenpappt und eine feste Decke bildet, unter der alles fault.

Sehnsucht

Tomatenpflanzen
Sehnsucht am Fenster

Genau so sehnsüchtig wie ich warten die Tomatenpflänzchen auf die Rückkehr des Frühlings. Gemeinsam stehen wir am Fenster und schauen hinaus auf blühende Primeln, Hyazinthen und Osterglocken. Mein Vorteil: Ich kann die Tür öffnen und auf eigenen Füßen rausgehen, um die Frühlingsluft zu atmen ;-)
Eigentlich ist es für die Tomaten noch zu früh. Bei dem bedeckten Wetter bekommen sie nicht einmal am Fenster genug Licht, daher werden die Stängel immer länger statt dicker. Trotzdem hatte ich sie mit Absicht so früh ausgesät (KW9), weil ich sie bereits Mitte April ins Gewächshaus pflanzen will. Jetzt muss ich sehen, wie ich damit klarkomme. Erfreulicherweise sagen die Wetterfrösche mildes und immer mal wieder sonniges Wetter vorher, so dass ich die Pflanzen tagsüber ins Gewächshaus trage. Dort ist es zwar kühl aber hell, in diesem Entwicklungsstadium eindeutig die bessere Wahl. Abends hole ich sie dann wieder herein, damit sie die Nacht im Warmen verbringen können.
Da die Pflanzen bei mir auf dem (ungeheizten!) Fußboden statt auf einer geheizten Fensterbank stehen, habe ich Styroporplatten untergelegt. So sind sie wenigstens vor der direkten Kälte des Steinbodens geschützt.

Wer noch keine Tomaten gesät hat, kann das jetzt noch ganz entspannt nachholen. Mitte März (und wir sind jetzt mal großzügig) ist eindeutig früh genug, damit man Mitte Mai, wenn sie nach draußen dürfen, kräftige Pflanzen hat!

Rosenkohlblätterpesto

Rosenkohlblätterpesto
Dieser Fleischwolf liebt Gemüse

Die Rosenkohlröschen haben wir schon lang aufgefuttert, aber die Pflanzen standen noch bis gestern auf dem Beet. Besonders im oberen Bereich hatten sie noch sehr zarte Blätter, die genau das selbe feine Rosenkohlaroma haben wie die Röschen. Diese Blätter essen wir immer wieder gern als Pesto:
Rosenkohlblätter im Mixer oder Fleischwolf zerkleinern. Währenddessen Zwiebeln und Knofi klein schneiden und in reichlich Öl dünsten. Nudeln kochen. Kurz vor Ende der Nudelkochzeit etwas Kochwasser abnehmen und mit den gehackten Rosenkohlblättern zur Zwiebel-Öl-Mischung geben. Erwärmen, würzen, als Pesto über die Nudeln geben – fertig!
Wer mag, würzt noch mit ein bisschen rotem Pfeffer (Rosa Beeren).

Auf diese Art lassen sich übrigens alle neu sprießenden Kohlblätter verarbeiten. So hat auch der Frühling schon (oder noch?) frisches Gemüse.

So ein Salat!

Grünkohlaustrieb

Der gewitzte Gärtner sieht sofort: Das ist kein Salat, das ist Grünkohl. Stimmt. Aber die neuen Blättchen, die nach dem Winter austreiben, sind mild im Geschmack und ganz zart. Ein perfekter Salat. Entweder mit einer kräftigen Senfsauce oder einem feinen Dressing mit rosa Grapefruitsaft.

Hoher Besuch

Kröten
Fauler Sack

Überraschenden Besuch hatte ich heute früh: Diese Erdkröten fanden aus der Sackgasse nicht heraus. Wie üblich trägt das große Weibchen das kleinere Männchen durch die Gegend.
Ich habe ihnen den rechten Weg gewiesen und sie nach meiner Rückkehr vom Einkaufen nicht mehr gesehen. Vermutlich hocken sie jetzt mit den anderen 100 Kröten bei uns im Teich ...

Der Frühling ist da

Stachelbeer Blattaustrieb
Blattaustrieb der Stachelbeere

Der Frühling ist da! Genauer: Der phänologische Erstfrühling hat begonnen! Er beginnt mit der Forsythienblüte – oder der Blattentfaltung der Stachelbeere. Forsythienblüten habe ich noch keine gesehen, aber einer meiner Stachelbeersträucher hat seine Blattknospen schon letzte Woche geöffnet und schiebt jetzt, in Zeitlupe, die Blätter heraus.
Das ist interessant, weil nach der phänologischen Jahreszeitenbetrachtung die Arbeiten im Garten entsprechend des Pflanzenwachstums terminiert werden. Wenn also auf dem Samentütchen steht, man solle im März oder April säen, dann weiß man ja nicht, ob Anfang März oder Ende April gemeint ist. Weiß man jetzt ohne weitere Info immer noch nicht, aber im Buch „Gärtnern nach den 10 Jahreszeiten der Natur“ von Bernhard Michels, steht es dann genauer. JETZT also, im Erstfrühling, kann man z.B. im Garten schon Spinat, Mangold, Pflücksalat, Dicke Bohnen oder Petersilie säen, im Frühbeet Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi pflanzen und Kopfsalat säen. So gibt es für jede der 10 Jahreszeiten Hinweise, die sich eben nicht nur nach dem Monat richten sondern ebenso nach dem Klima und dem aktuellen Wetter.
Das Buch besitze ich schon einige Jahre – und den Vorsatz, mich mehr danach zu richten, auch. Mal sehen, ob es dieses Jahr klappt ;-)

Hühner evakuiert

Schwarz-weißes Federkleid, grüne Eier

Sie gehört zu den letzten Überlebenden, die jetzt - zu ihrer eigenen Sicherheit - umgesiedelt wurden, nachdem der Bussard innerhalb von 3 Wochen ZWEI Opfer fand. So schön es ist, am LSG zu wohnen, so gefährlich kann es auch sein.

Da mehrere andere Gründe aktuell gegen eine Neuanlage des Hühnerstalls mit dann geschlossenem Gehege sprechen, verkaufen wir unseren Hühnerstall. Er hat sich sehr bewährt und ist gut in Schuss. Hier geht's zum VK-Link bei ebay-Kleinanzeigen:
https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-anzeige/hochwertiges-winterhartes-hu...

Wo ist die Raute?

Ohne Abwege

Die Raute ist weg, die Teppichkamille auch.

Weihnachten im Hühnerstall

Dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen ;-)

Übrigens hilft es nicht, den Hühnern Rote-Beete ins Futter zu mischen. Oder Holunderbeeren. Nein, manchmal ist der Geist der Weihnacht ein Schelm und verblüfft uns alle gleichermaßen.

In diesem Sinne: Lasst euch überraschen, was das Fest noch so bringt ... ;-)

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