Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Ach du Dicke Bohne!

Noch ohne Bohne aber schon dick

Na ja, noch sind keine Bohnen da, noch nicht einmal Blüten. Aber ganz viele Ansätze. Dies ist eine neue Sorte, weil meine über Jahre kultivierten „Frühen Weißkeimigen“ 1,50 Meter hoch werden und dann immer umfallen. Wenn sie dann so aufeinanderliegend hat der Rostpilz beste Bedingungen! Dieses Jahr also der erste Versuch mit „Ratio“. Die Pflanzen sind schnell gewachsen, sehen gesund aus und sind standfest. Wenn sie jetzt noch massenhaft Ertrag bringen und zwar BALD, bin ich glücklich ;-). Übrigens: Dicke Bohnen kann man ab Februar aber auch jetzt noch säen!

Herr Meyer hat stark abgenommen

Ehemals ein stattlicher Kerl ...

So wie es verschiedene Apfelsorten gibt (Delicious, Jonagold, Boskoop, Ingrid Marie, etc.), gibt es auch Zitronensorten. Unser Baum gehört zur Sorte „Meyer“, weshalb wir die im Biogarten eher ungewöhnlich förmliche Anrede „Herr Meyer“ verwenden. Herr Meyer hat im Winter einen Frostschaden erlitten und musste stark beschnitten werden. Nun geht es ihm aber wieder gut, und wir hoffen auf weitere leckere Früchtchen – auch wenn die wohl noch einige Jahre auf sich warten lassen werden.

Der Mais kommt

Mais mit Spinat und Salat, dazwischen Brennessel-Mulch

Im letzten Jahr hatten die Mäuse (!) jedes keimende Maiskorn ausgebuddelt und in ihr Nest verschleppt, wo ich sie Wochen später fand. Dieses Jahr habe ich den Mais in Anzuchtschalen gesät, hermetisch dicht mit Vlies eingepackt und voilà: nun wächst er!

Gerade noch rechtzeitig

Erbeerbeet mit Stroh und Netz
Kurz vor dem Gewitter schnell auf Stroh gebettet

habe ich die Erdbeeren auf Stroh gebettet und ein Netz darüber gelegt. Das Stroh verhindert, dass die Früchte auf dem Boden liegen. So bleiben sie sauber, trocknen nach einem Regen schneller ab und schimmeln nicht so schnell. Das Netz hält die Vögel fern, die nämlich auch große Erdbeerliebhaber sind. Nach dem Motto: „Mer mut och jönne könne“ gibt es aber genügend Erdbeerpflanzen, die NICHT abgedeckt sind. Daran dürfen die Piepmätze sich gütlich tun.

Erfroren

Der März war der Wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen, also begann die Feige mit ihrem Blatt- und Fruchtwachstum. Dann kam der April: kalt, trocken, eine Nacht -3°C. Und alles, was die Feige schon fröhlich in die Märzsonne gestreckt hatte, erfror. Zum Glück schiebt der Strauch einfach neue Blätter nach und hoffentlich auch Früchtchen.
Ebenso erfroren sind etliche Erdbeerblüten (auf „weiterlesen“ klicken). Ist die Mitte der Blüte schwarz, ist sie tot, ist sie gelb, besteht noch Hoffnung. Und Hoffnung ist doch Gärtners zweiter Vorname, oder ?

So weit waren wir doch schon ...

Spinat Keimblätter
Der Spinat traut sich nicht raus bei der Kälte

… vor drei Wochen. Wegen des Kälteeinbruchs verweigern die meisten Pflanzen das Wachstum, hier zum Beispiel der Spinat. Nur die Dicken Bohnen machen einen auf Dicke Hose und lassen sich auch von winterlichen Temperaturen nicht beeindrucken (für das Dicke Hosenbohnen Foto auf „weiterlesen“ klicken“).

Vorher - nachher

Das Beet, wie es aus dem Winter kommt

Zwischen den beiden Bildern (auf „weiterlesen“ klicken!) liegen ca. 24 Stunden – davon 6 Stunden Arbeit. Die riesigen Salate im ersten Bild sind noch vom letzten Jahr! Zuckerhutsalate überstehen durchaus einige Minusgrade und wir haben bis März davon gegessen, aber jetzt sind sie ledrig und bitter. Die Hühner von Hubert allerdings futtern das Zeug mit Begeisterung.
Ich habe also die Salate abgeräumt (und zu den Hühnern gebracht), den Boden vorsichtig gelockert, geharkt, alle 50 cm Spinat in Reihen gesät und das Ganze mit Brennesseln gemulcht. Auf dem Beet soll später - zwischen den Spinatreihen - der Mais wachsen, den ich noch nicht mal ausgesät habe. Aber noch ist ja Zeit, Mais ist frostempfindlich und darf deshalb erst Mitte Mai raus.

Die nächste Generation

In diesen selbst gepressten Erdwürfeln keimen hoffentlich bald die nächsten Salate und die großen Kohlköpfe. Noch schleiche ich jeden Morgen enttäuscht von dannen, aber bald werden die Keimblätter auftauchen. Bestimmt!

Noch nie zuvor ...

Überblick über den Gemüsegarten
Wow!

…war ich Anfang April so weit mit den Vorbereitungen im Gemüsegarten. Der gesamte Vorgarten ist von der Winterdecke befreit, mit Grabgabel vorsichtig belüftet, von überwinterndem Unkraut befreit, mit Kompost versorgt, feinkrümelig geharkt und fast völlig gemulcht. Kein Mulch ist dort, wo die Kartoffeln gelegt sind, weil ich nicht wusste, ob der Kartoffelverantwortliche dies wünscht oder nicht. Er wünscht, also muss ich in der Nachbarschaft nach Brennesseln suchen, denn meine sind alle verteilt.
Vorn unter dem hohen Netz sind die Erbsenkeimlinge vor Vögeln geschützt, die sie sonst gern aus dem Boden rupfen. Unter dem platten Vlies befindet sich Salat, unter dem halbrunden Vlies hatte ich schon Spitzkohlpflanzen ausgesetzt, die aber leider weg sind. Dort habe ich neuen Spitzkohl ausgesät. Die 4 Reihen Dicke Bohnen, so schon 5 Zentimeter groß sind, sind total krumm und schief, weil das Brett, auf dem ich herumlaufe, um den Boden nicht zu verdichten, sich im letzten Jahr stark verzogen hat.
Unter den Brennesseln, die zum Schutz vor Sonne, Wind und Starkregen auf dem Boden liegen, keimen schon früh gesäte Radieschen, Möhren und Spinat. Hoffe ich zumindest, kann man ja jetzt nicht so richtig sehen. Und nass ist alles, weil ich gestern ausgiebig gewässert habe.
Wer noch nicht so weit ist, muss sich aber nicht grämen! Der April, der alle Wetterextreme kennt, ist beim Wachstum ein großer Ausgleicher. Wenn die nächsten Tage kühl werden, stellen die Samen ihre Entwicklung auf „Pause“. Unter Umständen sind also Anfang Mai die Sämereien alle gleich groß, egal, ob sie am 9. oder am 20. April ausgesät wurden!

Himbeerableger verpflanzt

Himbeerpflanzung
verjauchtes Schachtelhalmkraut bei den Himbeeren

Gelb werden sie sein, die Früchtchen, und superlecker. Probieren durfte ich sie schon letztes Jahr, jetzt habe ich Ableger bekommen.
Himbeeren sind Waldpflanzen, die man in der Natur unter lichtem Blätterdach oder – noch häufiger – an Lichtungen und Waldrändern findet. Das bedeutet, dass sie auch im Garten möglichst halbschattig und vor allem in einem lockeren Boden mit Mulchdecke stehen sollten. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto wichtiger ist der lockere, humose Boden, der nicht austrocknen sollte aber auf keinen Fall die Nässe staut. Wer sich das nicht richtig vorstellen kann, geht in den Wald und buddelt mit den Händen ein bisschen im Boden rum, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Da sich dort, wo die neuen Himbeeren jetzt stehen, im letzten Jahr der Boden aufgrund einiger Arbeiten stark verdichtet hat, habe ich ihn jetzt mit der Grabgabel gelockert, mit dem Grubber/Krümmer/Krail/Vierzack (das Ding hat viele Namen) schön feinkrümelig bearbeitet und die Himbeeren gepflanzt. Und jetzt kommt – vor dem Mulchen – der Spezialtrick: Schachtelhalm. Der Schachtelhalm wächst zwar besonders auf stark verdichteten Böden, aber als Mulch oder Jauche gegossen, bewirkt er genau das Gegenteil. Er lockert den Boden so genial auf, dass man mit dem Plastikeierlöffel umgraben kann! (Nein, im Biogarten wird nicht umgegraben, das war jetzt nur zur Veranschaulichung.)
Im Bild vielleicht erkennbar sind die Reste des im letzten Jahr vergorenen Schachtelhalms, den ich zwischen den Himbeeren ausgebracht habe. Darauf kommt dann Häckselgut (Rindenmulch) oder altes Laub als Mulchdecke.
Noch sind die Himbeerpflanzen winzig, aber sie können locker 2 Meter Höhe erreichen. Eine Anbindung der „Himbeerhecke“ an waagerechte Latten oder einzelnder Pflanzen an Bambusstäbe ist also sinnvoll.
Und dann heißt es: feucht halten und Geduld üben, bis die leckeren Beeren reifen…

Seiten

RSS - Gartengeschichten abonnieren