Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Vorher-Nachher

Der Rucola im Erdbeerbeet

Mensch, wie die Zeit fliegt. Der August ist schon da und ich hatte in den letzten Wochen viel Arbeit und wenig Zeit für den Garten. Daher war das Erdbeerbeet zum Hauptlieferanten unserer abendlichen Salat-Sausen geworden, denn der Rucola, der sich dort von selbst vermehrte, hatte alles überwuchert. Sehr lecker – aber die Erdbeerpflanzen müssen jetzt Kraft sammeln für die nächste Saison. Die Entscheidung fiel also gegen den Rucola (der ja auch noch an vielen anderen Stellen wächst).
Und so (auf „weiterlesen“ klicken) sieht das Erdbeerbeet jetzt aus. Der Rucola ist kleingeschnitten zwischen den Pflanzen gelandet, so kann er den Boden vor Austrocknung schützen (haha, ein Blick in die Wettervorhersage hätte mir verraten können, dass aus dieser Richtung keine Gefahr droht) und dient vor allem der Düngung. Während er dort langsam verrottet, gibt er dem Boden, auf dem er gewachsen ist, die Nährstoffe zurück, die er ihm entzogen hatte.
Die Erdbeerreihen sind jetzt einigermaßen ordentlich, obwohl ich viele Ableger der Sorte „Honeoye“ noch an den Pflanzen gelassen habe. Die kann ich erst umpflanzen, wenn der Weißkohl, der da noch im Weg rumsteht, gehobelt und im Sauerkrautfass gelandet ist. Aber dann kommt die 4. Reihe zum Erdbeerbeet dazu.
Wer ein Erdbeerbeet neu anlegen möchte, sollte das bald tun. Je länger die Pflanzen vor dem Winter Zeit zum Wachsen und zum Wurzeln haben, desto größer fällt im nächsten Frühjahr die Ernte aus. Zu einem guten Start gehört ein sonniger (!) Platz, eine ordentliche Kompostgabe und vor allem zu Beginn ausreichend Wasser (ist in unserer Region aktuell in Form von Regen reichlich vorhanden). Wer außerdem Schachtelhalmbrühe oder –jauche zur Verfügung hat, gibt den Erdbeerpflanzen zwei, vier und sechs Wochen nach der Pflanzung davon ordentlich einen mit (Brühe auf die Blätter spritzen, Jauche auf den Boden gießen). Das stärkt die Pflanzen gegen Pilzbefall, der zum Teil von unten die Wurzeln befällt und zum Teil von oben die Blätter.

Paprikaflut

Bunter Zwerg

Trotz des aktuell eher herbstlichen Wetters hat die Paprikaflut begonnen. „Bunte Zwerge“ heißt die Mischung kleinfrüchtiger Pflanzen, die schon einige reife (!) Früchte geliefert haben. Manche sind eher rund und rot, andere länglich und gelb abreifend. Alle jedenfalls dickwandig und sehr lecker. Aber nicht nur die Zwerge sind freilandtauglich sondern auch die Sorten „Lombardo“ (sehr dünne sehr lange milde Peperoni, soll irgendwann mal rot werden), „Jalapeno“ (kleine, dickwandige Chili – soll scharf sein, ist sie aber nicht) und „Frühzauber“ (für Bild auf „weiterlesen“ klicken - soll auch irgendwann mal rot werden). Im Gewächshaus wachsen zusätzlich Sweet Dreams, Pantos und Glockenchili.

Der Tomatensommer ist da!

Sommer ist ja nicht gleich Sommer. Es gibt den Früh-, Spät- und den Hochsommer. Aber der Schönste von allen ist der Tomatensommer ;-) Tatsächlich ist er dieses Jahr deutlich früher als sonst, denn ich habe die Tomatenpflanzen schon Ende Februar gesät und im April ins Gewächshaus gepflanzt. Juchhu!

Mais mit Krücken

Manchmal kommt einfach alles zusammen. Erstens: Die Wühlmaus. Sie hat einen Weg durch den tief eingegrabenen Wühlmausschutzzaun gefunden und ist in mein Maisbeet eingewandert, wo sie sich wie eine Irre im Zickzack durch die Pflanzung gewühlt hat. Unter etlichen Maispflanzen war also keine Erde mehr sondern ein Hohlraum. Zweitens: Der Regen. Er war zwar dringend nötig, hat aber auch den Boden stark aufgeweicht. Drittens: Die Schauerbö. Sie kam, drehte eine Runde durch’s Maisbeet und warf diejenigen Pflanzen, deren Wurzeln wegen des Wühlmausganges keine rechte Bodenhaftung mehr hatten, platt aufs Beet.
Jetzt haben die Mais pflanzen Krücken und die Wühlmausfalle wartet auf Beute.

Und wenn du denkst, es gibt nichts mehr ...

erst sehen sie so aus ...

… kommt von Hubert ein Eimer mit Beeren daher! Pflücken muss man schon selbst und das haben wir getan: Stachelbeeren, rote und schwarze Johannisbeeren und Jostabeeren. Nach einigen Wiederholungen (pflücken, waschen, einkochen, pflücken, waschen, einkochen …) sind 34 Weckgläser voll (für das Foto auf "weiterlesen" klicken). Beruhigend in einem Jahr, in dem wir durch das Wetter im Frühjahr NULL Ernte haben bei unseren Pfirsichen, Mirabellen und Zwetschen.

Endlich!

Das Gartenjahr hat gerade erst begonnen!

Salatkeimlinge
neu gesät (und noch nicht von den Schnecken gefressen)

Na gut, das ist übertrieben. Sicher ist: es ist noch lange nicht vorbei! Wenn du Lust bekommen hast, selbst in den Anbau von Gemüse/Kräutern/Salat einzusteigen, dann ist jetzt immer noch die richtige Zeit. Es gibt viele wunderbare Sorte (auch Blumen), die jetzt noch gesät werden können. Meine beiden bevorzugten Saatgutadressen haben in ihren Online-Shops extra Rubriken eingerichtet, in denen man schnell die richten Sorten findet:
Dreschflegel
Bingenheimer Saatgut

und der Biogartenversand hat zwar keine eigene Rubrik aber auch ein großes Angebot - auch an (Obst-)Gehölzen, die man im Herbst pflanzen kann:

Biogartenversand

Strubbeliger Mais

Das ist sie, die Blüte

Der Mais blüht. Also zumindest manche Maispflanzen blühen bereits richtig, andere so halb, viele gar nicht (für weitere Fotos auf „weiterlesen“ klicken). Das ist mir durchaus recht, denn so hoffe ich, dass sie auch nicht alle gleichzeitig reifen. Den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen ist sowieso nicht ganz einfach, denn der Übergang zwischen Zucker und Stärke geschieht im Verborgenen. Wenn die äußeren Hüllblätter der Kolben gelb werden, ist es zu spät. Bis dahin ist allerdings noch viel Zeit. Jetzt heißt es: regelmäßig wässern und mit ausreichend Nahrung versorgen (in meinem Fall: Jauche), damit die Kolben schön dick werden … Die Sorte ist übrigens wieder der altbewährte Bantam, nachdem der Versuch mit Ashworth im letzten Jahr zwar von der Menge zufriedenstellend aber vom Geschmack eher enttäuschend war.

Vampire? Kein Problem!

Mein Frühstück - okay, das war ein Scherz ;-)

Ist er nicht schön, mein Knofi? Eine richtig dicke Knolle, saftig, würzig und scharf (ich hab mein Fotomodell direkt nach dem Shooting aufgegessen). So eine tolle Ernte hatte ich noch nie – und dabei hatte ich schon das Schlimmste befürchtet, weil ich die Zehen im letzten Herbst (!) eigentlich ein bisschen tief eingesetzt hatte. Aber genau das scheint ihnen gut gefallen zu haben. Heimlich, still und leise haben sie sich zu prächtigen Vampirschrecks entwickelt. Seitdem bin ich noch entspannter, wenn ich abends in der Dämmerung die Fledermäuse herumflitzen sehe ...
Überwinterungsknofi ist übrigens in unseren Breiten generell viel ertragreicher als solcher, den man erst im Frühjahr steckt. Und das Pflanzmaterial sollte man wirklich im Fachhandel kaufen (Bio-Saatgut-Versand), da der Knofi, den man im Laden zum Futtern kauft, meist von anderen Sorten ist, die bei uns nicht so gut gedeihen.

Her mit den Bohnen!

Wie lang muss ich denn noch warten?

Bisher blühen die Buschbohnen nur, aber das schon ganz ordentlich. Jetzt warte ich auf die Böhnchen. Mal sehen, ob ich diese Sorte auch anhäufeln und festbinden muss. Die letztjährige Sorte wurde so instabil, dass ich am vorderen und hinteren Ende der Reihe jeweils einen Stab einschlagen und Kordel dazwischen spannen musste, damit nicht alles in den Dreck fiel. Ich bin gespannt …

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