Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Ein Krimerick

Auf besonderen Wunsch von Dorothe kommt hier ein thematisch zum Garten passender Krimerick:

Ganz hinten, am Rand der Rabatten,
beim Zaun, ganz versteckt und im Schatten,
liegen tief unterm Laub
zwischen Steinen und Staub
die Knochen des zänkischen Gatten.

Der Bär ruft!

Gemeint ist natürlich der Bärlauch, der den unvorbereiteten Waldspaziergänger mit seinem Aroma überrascht. Ich habe auch Bärlauch im Garten (dort, wo früher die Minze wucherte, die jetzt einen Meter links davon inhaftiert ist) und jetzt auch im Glas.
Bärlauchpesto geht wie Basilikumpesto: Bärlauch feinst hacken (oder durch den Fleischwolf drehen), mit Salz, zerstoßenen Samen oder Nüssen, Parmesan und Olivenöl mischen und in ein sterilisiertes Glas füllen – oder direkt frisch über die Nudeln geben. HIMMLISCH!

Übrigens: In Deutschland gekaufte Pinienkerne sind zum überwiegenden Anteil keine Pinienkerne, sondern irgend ein billiger Ersatz. Deshalb: drauf verzichten und Pesto mit Sonnenblumenkernen, Walnüssen oder (der Hit:) mit gerösteten und gesalzenen Erdnüssen machen!

Das Gerücht, nach dem Genuss von Bärlauch rieche man nicht nach Knoblauch, ist übrigens Schwachsinn. Es sind exakt dieselben chemischen Verbindungen, die Aroma und Geschmack ausmachen und das Resultat ist auch das selbe. Also nicht vor dem Zahnarztbesuch Bärlauch futtern, sonst tut er euch (völlig zu Recht) weh!

Frühlingsanfang

Jeder feiert den Frühlingsanfang auf seine Weise. Ich begieße ihn traditionell mit Blut.

Dabei ist das selten geplant. Aber als Grobmotoriker und Handschuhhasserin erkennt man bei mir den Beginn (oder den Eintritt in die Intensivtäterphase) der Gartensaison an den diversen Blessuren der Finger. Gestern erwischte es den äußeren Knöchel des Zeigefingers. Zwar sind normale Pflaster für die Feierabendversorgung ausreichend, aber wer nach der Erstversorgung weiter gärtnern will, braucht was Handfestes. Und da schwöre ich auf das Original in der Ausführung „extra robust“. So wie ich ;-)

... die im Dunkeln sieht man nicht

Bei dem hier angesprochenen lichtscheuen Gesindel geht es nicht um Messerträger, sondern um Kartoffeln, die heimlich still und leise in dieser Erde schlummern. Damit das Beet aber nicht ganz so trostlos aussieht, bevor man was sieht, habe ich schon im letzten Jahr die Hyazinthen an den Rand gepflanzt. Wenn sie verblühen, wird das Kartoffellaub die welkenden Blätter gnädig verdecken, aber bis dahin bringen sie Farbe in den Gemüsegarten.
Jetzt frage ich mich nur, wie ich meinem Mann beibringen soll, dass er an dieser Stelle beim Kartoffelausgraben im Herbst gaaaanz vorsichtig sein muss …

40 Liter Grünkohl

Die Reste des Grünkohls müssen vom Beet, weil da jetzt Zwiebeln und Möhren hin sollen. Stehen bleiben dürfen nur die 2 Pflanzen in inniger Umarmung mit der Wicke. Der Rest hatte gar nicht nach so viel ausgesehen, aber tatsächlich war dann doch die Wäschetasche voll. Ich habe einige Stunden gewaschen, gekocht und gefleischwolft. Jetzt liegen noch 7 Portionen in der Tiefkühltruhe. Und er ist immer noch megalecker!

Seid umschlungen, Millionen!

Naja, eigentlich ist es nur dieser Grünkohl, der da von einer Sommerwicke umschlungen wird, dafür aber aufs Liebevollste.

Die Sommerwicke stammt aus der (von Mäusen oder Vögeln verscharrten) Gründüngung des letzten Jahres. Und jetzt Tusch: sie blüht! Im März! Zu einem Termin, zu dem ich sie normalerweise noch nicht mal säen würde, weil sie keinen Frost verträgt!
Nun stellt sich die Frage: Wer will diese beiden trennen? Ich etwa? Den eng umschlungenen Grünkohl wegfuttern, sodass die Wicke haltlos am Boden zerstört ist? Wer hat eigentlich gesagt, nur die Frage, ob man Fleisch isst, sei moralisch …?

Saatbeet nach getaner (!) Arbeit

So (links des Bretts) sieht das Beet aus, in dem ich die Dicken Bohnen gelegt habe. Nach der Arbeit. Komisch? Naja, das ist eben Ansichtssache.

Auf dem Beet wuchs Gründüngung. Die hatte ich letztes Jahr gesät, damit sie noch ein kleines bisschen Bodendecke entwickelt, bevor der Winter sie killt. Welcher Winter? Eben! Der Winter blieb aus und die Gründungung wuchs und gedieh. Und zwar sowohl ober- als auch unterirdisch. Die oberirdischen Teile habe ich mit der Sense gekappt und entfernt, aber die Wurzeln haben fleißig Stickstoff gesammelt, dafür hatte ich diese Sommerwicken ja auch ausgewählt. Nun sind die schicken Knöllchen an den Wurzeln prall voll Nährstoffen für die Folgesaat. Da wäre ich ja mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn ich die jetzt ausreißen würde.

Also habe ich mir – anders, als es hier den Anschein hat – ganz besonders große Mühe gegeben: Die fiesen Gewächse vorsichtig entfernt (hauptsächlich Gras, das bei mir leider überall wuchert sowie Kriechender Hahnenfuß, mit dem ich mir seit Jahren einen heftigen Schlagabtausch liefere) und die Guten (nämlich die Wurzeln mit den Stickstoffprallen Knöllchenbakterien dran) stehen gelassen. Mit dem Vierzahn (Grubber mit 4 geraden Zinken statt 3 gekrümmten) vorsichtig gelockert und die Dicken Bohnen gesät.

In einigen Wochen (je nach Wetter 3-4) werde ich zwischen den Reihen nochmal hacken und dann mulchen. Und dann muss ich bis zur Ernte (ca. Mitte Juni) an dem Beet eigentlich nix mehr tun. So weit die Theorie. Über die Praxis berichte ich dann hier … ;-)

Na bitte!

Die Paprikapflänzchen haben sich super erholt und stehen stramm.

(Hoffentlich) kein Grund zur Panik!

Nein, glücklich sehen sie nicht aus, die Paprikapflänzchen. Ich habe sie – wie üblich mit Hilfe meines alten, völlig stumpfen Küchenmessers – aus ihrem Anzuchtbehälter herausgenommen und vereinzelt, weil sie viel zu eng standen. Jetzt lassen sie die Keimblätter hängen, die Ärmsten. Hoffentlich überstehen sie den Schock und wachsen schön an, dann ist dieser traurige Zustand bald wieder vergessen.

Die Erde, in der die Pflanzen jetzt stehen, ist eine 100%-torffreie Erde (von Neudorff). Torf gehört nicht in Blumentöpfe und auch nicht auf Beete oder Gräber, sondern dorthin, wo er üblicherweise vorkommt: ins Moor. Dort soll er schön bleiben, deshalb kauft der verantwortungsvolle Gärtner torffreie Erde – sofern er die Anzuchterde nicht selbst macht. Für Tomaten- und Paprikapflanzen, die noch wochenlang im Haus stehen, kaufe ich gern Erde, weil aus diesem Substrat keine Fliegen schlüpfen ;-)

Es ist übrigens Paprika Tag 24.

Die Dicken Bohnen blühen

Das ist ein botanisches Wunder, denn ich habe noch gar keine Bohnen gesät (oder gelegt, wie man hier bei uns sagt, sofern es sich um Bohnen handelt).

Aber tatsächlich ist es kein botanisches, sondern ein meteorologisches Wunder – oder zumindest eine Anomalie. Nämlich im Winter. Die Bohne, die da mit der Blüte beginnt, ist ein neuer Spross aus einer abgeschnittenen aber nicht ausgerissenen Pflanze vom letzten Jahr. Normalerweise friert im Winter alles ab. Aber wenn kein Winter, dann kein Abfrieren, dann also Blüte im Februar. Mir soll es recht sein.

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