Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Das nächste Weihnachten kommt bestimmt

Vor genau einer Woche habe ich diverse Paprikasorten gesät, darunter Glockenpaprika. Heute (Paprika Tag 8) sieht es in der Anzuchtschale so aus.

Die da keimen sind Glockenpaprika, eigentlich eine Art Chili. Die Früchte sehen aus wie Glocken und reifen knallrot ab. Da ich in den meisten Jahren viel später dran bin, reifen die letzten meist erst im Dezember. Deshalb werden sie – bevor sie gegessen werden – erst noch als Adventsdeko missbraucht.

In diesem Jahr bin ich so früh wie noch nie. Die Eisheiligen sind erst in 14 Wochen, erst DANACH kann man Paprika ins Freiland pflanzen. Wie soll ich die (bis dahin hoffentlich schon stattlichen Büsche) bloß so lang hier drinnen ziehen? Und vor allem: wo? Ich glaube, da war ich wohl etwas übereifrig ...

Bis er kommt

Sieht aus, als hätte dieser Rosmarin am Kraterbeet sich vorgenommen zu blühen, bis der Frühling endlich kommt. Jedenfalls blüht er nun schon seit mehr als 3 Wochen! Tapfer!

Gelbtafel-Recycling

Gelbtafeln locken durch ihre Farbe Schädlinge an, zum Beispiel die Weiße Fliege. Auch geflügelte Blattläuse, Thripse (?) sowie Möhren- und Minierfliegen fliegen auf die Plastik- oder Pappkärtchen, die – das ist der Witz! – mit einem starken Klebstoff bestrichen sind. Und zack kleben die Fieslinge fest.

Die Gelbtafeln, die ich besitze, bestehen aus einem ca. 1 mm dicken Plastikkärtchen. Man kauft sie klebefertig. Aber wenn dann die ganzen Tafeln vollgeklebt sind, will ich sie natürlich nicht wegwerfen, das wäre ja eine grandiose Verschwendung. Also: Den ganzen Schmadder mit (Raps-)Öl einschmieren, etwas einwirken lassen und Fliegen sowie Kleber mit einem Spachtel abkratzen. Ölreste mit Spüli abwaschen, dann neuen Leim drauf. Ich nehme den Raupenleim aus der Dose, den man z.B. im Biogartenversand kaufen kann und den man auch statt Leimringen um die Obstbaumstämme schmiert zwecks Abfangen von Frostspannern und anderen Schädlingen.

Die recycelten Gelbtafeln hänge ich dann ins Gewächshaus, damit sie die Weiße Fliege von meinen Salatpflänzchen fernhalten.

Schon Frühling?

Blühender Schneeball

Hat Darwin recht oder der Papst? Keine Ahnung. Wer auch immer jedenfalls die Idee hatte, diese Schneeballart im Winter blühen zu lassen, hat sich dafür meinen herzlichsten Dank verdient!

Den Strauch selbst habe ich übrigens vom Grünabladeplatz eines Garten- und Landschaftsbaubetriebs gerettet. Letztes Jahr um diese Zeit lag das Ding stark gestutzt, ausgebuddelt und mit einem rudimentären Restwurzelbestand sterbend auf der großen grünen Halde. Fünf oder sechs Mal bin ich daran vorbeigelaufen, bis ich endlich beschlossen habe, den Schneeball zu retten. Zu Fuß und mit der Schubkarre habe ich fast 2 Stunden (und geschätzte 12.000 Kilokalorien) benötigt, bis ich das Monstrum im Garten hatte. Im vergangenen Herbst kam der Strauch dann endlich an seinen richtigen Platz (von dem erst wieder andere Sträucher umgepflanzt werden mussten – hier geht es manchmal zu wie im Bundeskabinett) und offenbar ist der Vertreter ein bedingungsloser Optimist, der – obwohl dem Tod preisgegeben, dann gerettet, provisorisch versorgt und wieder umgepflanzt – es sich nicht nehmen lässt, das zu tun, wofür wie ihn lieben: Im Winter blühen. Meine Hochachtung hast du, lieber Schneeball!

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