Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Vorher - nachher

Das Beet, wie es aus dem Winter kommt

Zwischen den beiden Bildern (auf „weiterlesen“ klicken!) liegen ca. 24 Stunden – davon 6 Stunden Arbeit. Die riesigen Salate im ersten Bild sind noch vom letzten Jahr! Zuckerhutsalate überstehen durchaus einige Minusgrade und wir haben bis März davon gegessen, aber jetzt sind sie ledrig und bitter. Die Hühner von Hubert allerdings futtern das Zeug mit Begeisterung.
Ich habe also die Salate abgeräumt (und zu den Hühnern gebracht), den Boden vorsichtig gelockert, geharkt, alle 50 cm Spinat in Reihen gesät und das Ganze mit Brennesseln gemulcht. Auf dem Beet soll später - zwischen den Spinatreihen - der Mais wachsen, den ich noch nicht mal ausgesät habe. Aber noch ist ja Zeit, Mais ist frostempfindlich und darf deshalb erst Mitte Mai raus.

Die nächste Generation

In diesen selbst gepressten Erdwürfeln keimen hoffentlich bald die nächsten Salate und die großen Kohlköpfe. Noch schleiche ich jeden Morgen enttäuscht von dannen, aber bald werden die Keimblätter auftauchen. Bestimmt!

Noch nie zuvor ...

Überblick über den Gemüsegarten
Wow!

…war ich Anfang April so weit mit den Vorbereitungen im Gemüsegarten. Der gesamte Vorgarten ist von der Winterdecke befreit, mit Grabgabel vorsichtig belüftet, von überwinterndem Unkraut befreit, mit Kompost versorgt, feinkrümelig geharkt und fast völlig gemulcht. Kein Mulch ist dort, wo die Kartoffeln gelegt sind, weil ich nicht wusste, ob der Kartoffelverantwortliche dies wünscht oder nicht. Er wünscht, also muss ich in der Nachbarschaft nach Brennesseln suchen, denn meine sind alle verteilt.
Vorn unter dem hohen Netz sind die Erbsenkeimlinge vor Vögeln geschützt, die sie sonst gern aus dem Boden rupfen. Unter dem platten Vlies befindet sich Salat, unter dem halbrunden Vlies hatte ich schon Spitzkohlpflanzen ausgesetzt, die aber leider weg sind. Dort habe ich neuen Spitzkohl ausgesät. Die 4 Reihen Dicke Bohnen, so schon 5 Zentimeter groß sind, sind total krumm und schief, weil das Brett, auf dem ich herumlaufe, um den Boden nicht zu verdichten, sich im letzten Jahr stark verzogen hat.
Unter den Brennesseln, die zum Schutz vor Sonne, Wind und Starkregen auf dem Boden liegen, keimen schon früh gesäte Radieschen, Möhren und Spinat. Hoffe ich zumindest, kann man ja jetzt nicht so richtig sehen. Und nass ist alles, weil ich gestern ausgiebig gewässert habe.
Wer noch nicht so weit ist, muss sich aber nicht grämen! Der April, der alle Wetterextreme kennt, ist beim Wachstum ein großer Ausgleicher. Wenn die nächsten Tage kühl werden, stellen die Samen ihre Entwicklung auf „Pause“. Unter Umständen sind also Anfang Mai die Sämereien alle gleich groß, egal, ob sie am 9. oder am 20. April ausgesät wurden!

Himbeerableger verpflanzt

Himbeerpflanzung
verjauchtes Schachtelhalmkraut bei den Himbeeren

Gelb werden sie sein, die Früchtchen, und superlecker. Probieren durfte ich sie schon letztes Jahr, jetzt habe ich Ableger bekommen.
Himbeeren sind Waldpflanzen, die man in der Natur unter lichtem Blätterdach oder – noch häufiger – an Lichtungen und Waldrändern findet. Das bedeutet, dass sie auch im Garten möglichst halbschattig und vor allem in einem lockeren Boden mit Mulchdecke stehen sollten. Je mehr Sonne die Pflanzen bekommen, desto wichtiger ist der lockere, humose Boden, der nicht austrocknen sollte aber auf keinen Fall die Nässe staut. Wer sich das nicht richtig vorstellen kann, geht in den Wald und buddelt mit den Händen ein bisschen im Boden rum, um ein Gefühl dafür zu bekommen.
Da sich dort, wo die neuen Himbeeren jetzt stehen, im letzten Jahr der Boden aufgrund einiger Arbeiten stark verdichtet hat, habe ich ihn jetzt mit der Grabgabel gelockert, mit dem Grubber/Krümmer/Krail/Vierzack (das Ding hat viele Namen) schön feinkrümelig bearbeitet und die Himbeeren gepflanzt. Und jetzt kommt – vor dem Mulchen – der Spezialtrick: Schachtelhalm. Der Schachtelhalm wächst zwar besonders auf stark verdichteten Böden, aber als Mulch oder Jauche gegossen, bewirkt er genau das Gegenteil. Er lockert den Boden so genial auf, dass man mit dem Plastikeierlöffel umgraben kann! (Nein, im Biogarten wird nicht umgegraben, das war jetzt nur zur Veranschaulichung.)
Im Bild vielleicht erkennbar sind die Reste des im letzten Jahr vergorenen Schachtelhalms, den ich zwischen den Himbeeren ausgebracht habe. Darauf kommt dann Häckselgut (Rindenmulch) oder altes Laub als Mulchdecke.
Noch sind die Himbeerpflanzen winzig, aber sie können locker 2 Meter Höhe erreichen. Eine Anbindung der „Himbeerhecke“ an waagerechte Latten oder einzelnder Pflanzen an Bambusstäbe ist also sinnvoll.
Und dann heißt es: feucht halten und Geduld üben, bis die leckeren Beeren reifen…

Sei tapfer!

Geschlossene Apfelblüte
Soll ich, oder soll ich nicht ...?

… will ich dieser Apfelblüte zurufen. Ihre Geschwister haben mehr Mut ;-)

Die Stachelbeere blüht

Unauffällige Blüte der Stachelbeere

Wir sind schon mitten im Erstfrühling, was man an den Stachelbeerblüten sieht. Sie gehören zu den Ereignissen, an denen die phänologische Jahreszeit erkennbar ist. Meine Stachelbeeren blühen schon seit einigen Tagen, die Blüten sind unscheinbar, aber sie locken Bienen und andere Insekten an, so dass man die Blütezeit besser hören als sehen kann ;-).

Ab dem Zeitpunkt der Stachelbeerblüte kann man vorgezogene Pflänzchen von Salat und Kohl ins Freiland auspflanzen (hab ich schon getan: Salat wächst gut, 7 Spitzkohlpflanzen sind verschwunden – vermutlich den Schnecken zum Opfer gefallen). Die Kohlpflanzen setzt man bis zu den Keimblättern in den Boden oder, falls die Setzlinge schon drin sind, man häufelt die Erde an, damit die Maden der Kleinen Kohlfliege keinen Zugang zum Stängel finden. Sie fressen sich nämlich gern dort hinein und lassen die Pflanzen verkümmern.
Aussäen kann man jetzt ins feinkrümelig geharkte Beet: Salate, Spinat, Kresse, Petersilie, Schnittlauch, Radieschen, Rettich, Dill, Möhren, Erbsen und – falls noch nicht geschehen – Dicke Bohnen. Die Erbsen und die Dicken Bohnen (noch keine Strauch- und Stangenbohnen!) kann man 12 Stunden in kaltem Wasser einweichen, bevor man sie legt, dann keimen sie schneller. Die Möhrensaat mischt man mit Dill, dann keimen die Möhren schneller. Außerdem kann man alle 10 Zentimeter ein Radieschen zwischen die Möhren säen. Das wächst schnell und zeigt an, wo Möhrensamen schlummert, denn der braucht lange zum Keimen und wird dann gern zwischendurch vergessen und weggeharkt (hüstel).

Die bereits eingesäten Beete habe ich mit Brennesselmulch bedeckt. Dadurch bleibt der Boden feucht, so dass die Saat nicht austrocknet, und im Fall eines starken Regens bildet sich keine Kruste, durch die sich die zarten Möhrenkeimlinge kämpfen müssten. Wer keine Brennesselblätter hat, kann auch Rasenschnitt nehmen, aber bitte nur ganz dünn ausbringen, damit das Schnittgut nicht zusammenpappt und eine feste Decke bildet, unter der alles fault.

Sehnsucht

Tomatenpflanzen
Sehnsucht am Fenster

Genau so sehnsüchtig wie ich warten die Tomatenpflänzchen auf die Rückkehr des Frühlings. Gemeinsam stehen wir am Fenster und schauen hinaus auf blühende Primeln, Hyazinthen und Osterglocken. Mein Vorteil: Ich kann die Tür öffnen und auf eigenen Füßen rausgehen, um die Frühlingsluft zu atmen ;-)
Eigentlich ist es für die Tomaten noch zu früh. Bei dem bedeckten Wetter bekommen sie nicht einmal am Fenster genug Licht, daher werden die Stängel immer länger statt dicker. Trotzdem hatte ich sie mit Absicht so früh ausgesät (KW9), weil ich sie bereits Mitte April ins Gewächshaus pflanzen will. Jetzt muss ich sehen, wie ich damit klarkomme. Erfreulicherweise sagen die Wetterfrösche mildes und immer mal wieder sonniges Wetter vorher, so dass ich die Pflanzen tagsüber ins Gewächshaus trage. Dort ist es zwar kühl aber hell, in diesem Entwicklungsstadium eindeutig die bessere Wahl. Abends hole ich sie dann wieder herein, damit sie die Nacht im Warmen verbringen können.
Da die Pflanzen bei mir auf dem (ungeheizten!) Fußboden statt auf einer geheizten Fensterbank stehen, habe ich Styroporplatten untergelegt. So sind sie wenigstens vor der direkten Kälte des Steinbodens geschützt.

Wer noch keine Tomaten gesät hat, kann das jetzt noch ganz entspannt nachholen. Mitte März (und wir sind jetzt mal großzügig) ist eindeutig früh genug, damit man Mitte Mai, wenn sie nach draußen dürfen, kräftige Pflanzen hat!

Rosenkohlblätterpesto

Rosenkohlblätterpesto
Dieser Fleischwolf liebt Gemüse

Die Rosenkohlröschen haben wir schon lang aufgefuttert, aber die Pflanzen standen noch bis gestern auf dem Beet. Besonders im oberen Bereich hatten sie noch sehr zarte Blätter, die genau das selbe feine Rosenkohlaroma haben wie die Röschen. Diese Blätter essen wir immer wieder gern als Pesto:
Rosenkohlblätter im Mixer oder Fleischwolf zerkleinern. Währenddessen Zwiebeln und Knofi klein schneiden und in reichlich Öl dünsten. Nudeln kochen. Kurz vor Ende der Nudelkochzeit etwas Kochwasser abnehmen und mit den gehackten Rosenkohlblättern zur Zwiebel-Öl-Mischung geben. Erwärmen, würzen, als Pesto über die Nudeln geben – fertig!
Wer mag, würzt noch mit ein bisschen rotem Pfeffer (Rosa Beeren).

Auf diese Art lassen sich übrigens alle neu sprießenden Kohlblätter verarbeiten. So hat auch der Frühling schon (oder noch?) frisches Gemüse.

So ein Salat!

Grünkohlaustrieb

Der gewitzte Gärtner sieht sofort: Das ist kein Salat, das ist Grünkohl. Stimmt. Aber die neuen Blättchen, die nach dem Winter austreiben, sind mild im Geschmack und ganz zart. Ein perfekter Salat. Entweder mit einer kräftigen Senfsauce oder einem feinen Dressing mit rosa Grapefruitsaft.

Hoher Besuch

Kröten
Fauler Sack

Überraschenden Besuch hatte ich heute früh: Diese Erdkröten fanden aus der Sackgasse nicht heraus. Wie üblich trägt das große Weibchen das kleinere Männchen durch die Gegend.
Ich habe ihnen den rechten Weg gewiesen und sie nach meiner Rückkehr vom Einkaufen nicht mehr gesehen. Vermutlich hocken sie jetzt mit den anderen 100 Kröten bei uns im Teich ...

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