Gartengeschichten

Auf dem Weg zum Selbstversorger

Ein pfiffiger Blog, der mit Witz und Wissen durch das Selbstversorger-Gartenjahr führt. Tipps speziell für Anfänger sind unter dem Stichwort „Starthilfe“ zu finden. Um Einträge zu kommentieren, melde dich auf unserer Startseite an. Viel Spaß beim Lesen und Gärtnern.

Die Beiträge aus dem ersten Jahr sind übrigens als Buch erschienen: Green Blogging

Volle Feigen

Feiglinge, wohin man schaut

Die Feigensträucher (insgesamt 3) hängen voller Früchte. Allerdings ist es nun zu spät. Nachdem die Frühjahrsansätze in der kalten Nacht im April alle erfroren waren, bestand die Sommerernte aus 20 Feigen. Die neuen Ansätze werden wohl nicht mehr reif werden, weil die Tage zu kurz und die Nächte zu kalt sind. Schade.

Heimtückische Schönheiten

Scharf? Nicht scharf?

Jalapeños heißen diese Chilis, die mit dem Schärfegrad 3 (von 10) im Katalog der Bingeheimer-Saatgut AG angegeben waren. Dickfleischig sollten sie auch sein. Prima, dachte ich, und baute sie im letzten Jahr erstmalig an. Dickfleischig stimmt, aber scharf waren die überhaupt nicht! Naja, dachte ich, vielleicht eine spontane Mutation des entsprechenden Samenkorns. Neues Jahr, neues Glück. Wieder entkernte ich die erste, lutschte vorsichtig am dicken, knallroten Fruchtfleisch: mild, fruchtig, lecker. Nix scharf. Aber dann fasste ich mir kurz darauf ans Auge – oha! Die Schärfe sitzt ausschließlich (!) in den Scheidewänden und Samen. Ich komme also auf meine ursprüngliche Idee zurück und werde die 7 cm langen Schoten in dicke Ringe schneiden und einkochen. Allerdings mit Samen. Und dann wird der Durchschnitt zwischen mildem Fruchtfleisch und scharfen Samen hoffentlich genau die Schärfe ergeben, die ich auf Pizza so liebe ;-)

Schweinebande!

Es war einmal ein schönes Salatpflänzchen ...

Natürlich keine Schweine sondern Schnecken, aber dem Ärger ist egal, wie die Viecher heißen und ob sie auf vier Klauenfüßen oder auf einer Schleimspur daherkommen. Menno!

Es wächst mir über den Kopf

Bin ich so klein, oder die so groß ...?!?

In diesem Jahr habe ich die Tomaten 4 Wochen früher gesät, 4 Wochen früher ins Gewächshaus gepflanzt und sie tragen tatsächlich seit Ende Juni regelmäßig. Inzwischen macht sich die verlängerte Wachstumsperiode allerdings auch deutlich bemerkbar: Sie wachsen förmlich in den Himmel. Zumindest in den Gewächshaushimmel. Demnächst muss ich Tomaten mit der Leiter ernten – naja, solange es Tomaten sind und keine Erdbeeren ;-) Ach übrigens: lecker sind sie immer noch!

Konserven ohne Dose

Ein kleiner Teil meiner Arbeitsergebnisse

In den letzten Tagen habe ich nichts geschrieben, weil im Garten so viel zu tun war: Kohlköpfe ernten, Wintersalate an deren Stelle setzen, den Kohl zu Sauerkraut verarbeiten, Petersilie mit Salz und Öl einlegen, Rote Bete süß-sauer einkochen, Möhren und Paprika milchsauer einlegen (also wie Sauerkraut!) und Pfirsiche einkochen. Ach ja, gearbeitet habe ich auch noch …

Hier also die Details (bitte auf „weiterlesen“ klicken):
Der Dickkopf (gemeint ist der ohne Brille) war gar nicht der schwerste, aber mit über 3 Kilo immerhin auf Platz 2 (Platz 1 hatte über 3,5 Kilo). Von diesem Kaliber hatte ich insgesamt 4 Kohlköpfe, die zusammen 13 kg ergaben. Diese habe ich geachtelt und dann auf meinem Superkrauthobel (3 parallele Messer) in die schicke rosa Box gehobelt, mit Salz gemischt (80g Salz für 13 kg Kohl) und in den Sauerkrauttopf geprügelt. Der Kohl war so saftig, dass ich zum Schluss 1 Liter Flüssigkeit abschöpfen musste, damit der Topf nicht zu voll war! Da der Topf selbst auch schon einige Kilo wiegt (ich schätze 7, habe ihn aber nicht gewogen), habe ich ihn NACH dem Einstampfen auf das Rollwägelchen gestellt, auf dem er heute Nachmittag in die Garage verfrachtet wird.
Die Möhren und Paprika (ich hatte sooooo viel Paprika, dass wir ihn nicht mehr frisch futtern konnten!) habe ich in Scheiben geschnitten bzw. in Stifte gehobelt und ebenfalls mit Salz (1%), etwas Zitronensaft und jeweils 2 EL Saft vom letztjährigen Sauerkraut in die großen Gläser geschichtet. Das säuert jetzt auch ein paar Wochen vor sich hin, wird aber nicht sehr sauer. Um den Geschmack zu testen, probiere den milchsauer vergorenen Karottensaft von dm-Bio. Der ist auch nicht sauer.
Vier Gläser habe ich mit süß-sauer eingelegter Rote Bete eingekocht, weil die Bete vom Beete musste, um auch hier Platz für den Wintersalat zu machen (man könnte meinen, der ganze Garten wäre jetzt voller Wintersalat – und ganz falsch liegt man damit auch nicht). Keine Ahnung, ob uns das schmeckt – deshalb ja erstmal 4 Gläser. Rote Bete habe ich noch für ca. 20 weitere Halblitergläser.
Die Pfirsiche stammen von einem Biotop, das unsere BUND-Gruppe pflegt (wir seltener, weil wir ja selbst im Garten gut zu tun haben). Es sind weiß- und gelbfleischige, beide Sorten granatenlecker. Die habe ich nur mit etwas Zitronensaft (damit die Früchte die Farbe behalten) und Wasser eingekocht. Zucker kommt bei uns nie in Obstkonserven.
In der Flasche ist noch übriggebliebener süß-saurer Sud, den ich später mit weiteren Roten Beten einlege, falls uns das Zeug schmeckt.
Kein Bild habe ich von der Petersilie gemacht. Die habe ich fein gehäckselt, 4:1 mit Salz gemischt (also 300 g Petersilie mit 75 g Salz), fest in ein Glas gedrückt und dann oben Rapsöl draufgegossen. Das Öl sickert langsam in die Petersilien-Salz-Mischung und hält das Zeug frisch. Das benutze ich im Winter, wenn es keine frischen Kräuter gibt, für Salatsaußen, Suppen, Gemüsebrühe und wann immer ich beim Kochen sonst frische Petersilie benutzen würde.

So, ich habe fertig - jetzt seid ihr dran!

Die Paprikaflutwelle rollt weiter

Viele Paprikasorten sind übrigens mehrjährige Pflanzen. Ich habe es noch nie geschafft, sie in einem kühlen, hellen, frostfreien Raum lebend über den Winter zu bekommen (weil es einen solchen Raum bei uns nicht gibt), aber vielleicht habt ihr die Möglichkeit? Übrigens: Bei den Sorten, die im Herbst ihre Blätter abwerfen, ist das Licht im Winterquartier nicht entscheidend, die dürfen dann auch dunkel stehen. Wenn keine Blätter – dann keine Photosynthese – also kein Lichtbedarf. Gilt für alle Pflanzen im Überwinterungsmodus.

Der Möhring

Designed by nature

Ja, manchmal schenkt die Natur uns MEHR als nur leckeres Futter. Manchmal ist auch Schmuck dabei. Also: Erst Schmuck, dann Futter. So wie in diesem Fall. Und ich frage mich: Was hat diese Möhre dazu bewogen, sich um die Nachbarin herumzuwinden? (Bitte auf „weiterlesen“ klicken!) War es Anlehnungsbedürfnis? Kuschelhormone im Boden? Oder böser Wille: Ich würg dich weg! Wir wissen es nicht.
Wie man an den anderen Möhren sieht, sind die meisten gerade und aufrecht gewachsen. Das liegt daran, dass ich für meinen schweren Boden extra entsprechende Sorten wähle. Die „Rodelika“ kenne ich schon länger, die wird auch bei meinem festen Tonboden nicht „beinig“. Bei der Bingenheimer Saatgut AG kann man aus vielen verschiedenen Möhrensorten auswählen, da ist für jeden Boden, für jede Jahreszeit (frühe oder Lagermöhren) und für jeden Geschmack und jede Bodenart etwas dabei. Das ist gut so, denn die im Handel befindlichen „08/15“-Sorten gedeihen auf vielen Böden nicht besonders gut.
Zum Möhren-Säen ist es jetzt leider zu spät, aber für Feldsalat und Spinat ist der Zeitpunkt ideal. Beide Sorten freuen sich über einen sonnigen Platz!

Ta-daam: Bantam!

Noch steckt der Mais in den Hüllblättern

Okay, die Überschrift ist ein lahmer Anklang an den Namen des Zuckermaises, der unsere Herzen (und Gaumen, Mägen, etc.) seit Jahren erfreut: Golden Bantam. Wir hatten auch schonmal Ashworth probiert, aber der war nicht so lecker.
Mais braucht VIEL Nährstoffe – in der industriellen Landwirtschaft ist er ein absoluter Bodenkiller mit seinem riesigen Bedarf an Kunstdünger und Pestiziden. Völlig irrsinnig, gerade Mais oft als Pflanze für so genanntes „Bio“-Gas anzubauen, denn die Gesamtenergiebilanz ist meist negativ! Mit anderen Worten: Für Düngemittelherstellung, -verpackung, Transport und Ausbringung (und das Ganze nochmal für die Pestizide) ist oft mehr Energie verbraucht worden, als nachher an Biogas hinten rauskommt.
Nun, unser Mais hat Energie in Form von Kompost bekommen, außerdem Brennessel- und Schachtelhalmjauche. Das Unkraut, das dazwischen wächst, rupfe ich aus und lasse es liegen, damit es den Boden feucht hält und durch die Rotte die eigenen Nährstoffe an den Mais abgibt. Ob er MIR nachher mehr Energie bringt, als ich beim Anbau verbraucht habe, wäre zwar egal, ist aber mit Sicherheit so ;-)
Und nun ist er fertig und wir knabbern Maiskörner vom Kolben. Natürlich mit Butter und Salz verfeinert (man gönnt sich ja sonst nix). Im Halbschatten, wo der Mais dieses Jahr wächst, reifen die Kolben schön nacheinander, so muss ich nicht alle auf einmal ernten und einfrieren – was ihnen aber nichts ausmacht. Die gefrorenen Kolben kann man genauso kochen und futtern wie frische.

Die Salatsituation ist mal wieder kritisch

Kopfsalate zwischen Paprika und Porreenetz

Die ganzjährige Versorgung mit frischem (Kopf)Salat ist eine echte Herausforderung. Im Frühjahr hatte ich kurzzeitig eine Salatschwemme, bis die Dinger wild im Garten umherschossen und ich sie – allein aus Sicherheitsgründen – entsorgen musste. Bis dahin hatten wir aber ca. 20 Kopfsalate gegessen.
Nun gibt es noch ein paar Restköpfe aus der Sommerriege, die auch dringend weg müssen, damit ich das Netz über dem Porree etwas weiterstellen kann, denn der Porree soll ja Platz zum Wachsen haben. Dann kommt erstmal eine Salatpause, denn die nächste und übernächste Generation (für Fotos auf „weiterlesen“ klicken) sind noch lange nicht so weit.
Irgendwann einmal werde ich es schaffen, die Versorgung ganzjährig zu sichern. Vermutlich wird uns dann jede Form von Salat spätestens Mitte August zum Hals raushängen. Aber gärtnerisch wäre das ein echtes Erfolgserlebnis ;-)

So früh ...?!?

Alles paratgelegt

Noch nie sah ich mich im August gezwungen, Sauerkraut zu machen. Aber dieses Jahr ist mal wieder total anders als alle Jahre zuvor. Erst wollten die Spitzkohl-Pflänzchen nicht wachsen, dann habe ich nachgesät und sie wuchsen doch. Dann war es lange sehr trocken und die Spitzkohle wurden einfach nicht dicker, dann regnete es zu viel und die ersten Köpfe platzten. Und dann waren plötzlich 10 Spitzköhler gleichzeitig reif. Was also tun?
Zum Glück besitze ich ja inzwischen 2 Sauerkrauttöpfe, einen mit 10 Liter und einen mit 15 Liter Volumen. Der kleine ist jetzt voller Spitzkohl-Sauerkraut. Dazu habe ich 6 kg Kohl gehobelt, mit 40 g Salz (OHNE Jod) gemischt und kräftig in den Topf geprügelt. Jetzt steht er im Wohnzimmer (auf „weiterlesen“ klicken) 3 Tage lang bei 20-22°C, danach soll er 2-3 Wochen bei 15°C stehen. Und das ist das Problem. In einem Haus ohne Keller ist es überall wärmer. Deshalb (und weil ich so wahnsinnig gern Spitzkohlsalat aus frischem Spitzkohl mag) mache ich ungern Sommerkohl. Aber nun musste es sein und ich muss mit der Garage vorliebnehmen, in der die Temperaturen dank kühler Witterung momentan zwischen 16 und 20° schwanken. Da die Gärung aber voll in Fahrt gekommen ist (was man am regelmäßigen „Blubb“ hört, das durch die Wasserrinne dringt), wird der Kohl auch bei den höheren Temperaturen nicht schlecht. Was ich allerdings ab Ende August machen soll, wenn die Umgebungstemperatur möglichst unter 10°C liegen sollte, ist mir noch ein Rätsel. Ich hoffe ja nicht, dass der September soooo kalt wird …

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